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Auswahl: [Sozialismus]
Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>12. Nov 2011 21:29

7.12.: Marx statt Klassenkampf? Zur Kritik des Strukturmarxismus


ASSOZIATION DÄMMERUNG präsentiert:

* *

*Marx statt Klassenkampf? Zur Kritik des Strukturmarxismus*

Eine Veranstaltung mit dem Marxismusforscher Werner Seppmann



Liebe Genoss/innen, liebe Freund/innen und Interessierte,


wer dieser Tage das politische Geschehen verfolgt, kann Entscheidungen und
Konflikte von historischer Bedeutung miterleben: Das gilt für die
Krisendynamik des Finanzkapitalismus ebenso wie für die Aufstände in den
nordafrikanischen Ländern, den Niedergang der Mittelklassen oder den
neoliberalen Umbau der sozialen Sicherungssysteme sowie des
Bildungssystems.


All diesen Entwicklungen ist eines gemein: Die radikale,
antikapitalistische Linke spielt in ihnen kaum eine Rolle, und sie setzt
kaum theoretische Diskussionsprozesse oder Fragen revolutionärer
Organisation in Gang. Schlimmer noch - große Teile der bundesdeutschen
Linken bemühen marxistische Terminologie, um fortschrittlichen Kräften die
Legitimität und die Solidarität zu entziehen: Deren Kapitalismuskritik sei
"verkürzt", "fetischistisch", "personalisiert" oder sogar "strukturell
antisemitisch". In freien Radiosendern wird die "Occupy"-Bewegung als
"potentieller Mob" diffamiert, vorgeblich kritische studentische
Veranstaltungsgruppen wollen mit Marx die Sinnlosigkeit von
Bildungsprotesten begründen und in autonomen Zentren wird die Kritik am
neoliberalen Umbau von Großstädten ("Gentrifizierung") als potentiell
antisemitisch bezeichnet. Parallel dazu wird von marxistischen Akademikern
wie Michael Heinrich oder Ingo Elbe eine Auslegung des Marx'schen Werks
popularisiert, die den politischen Stellenwert des "Kapital" für soziale
Kämpfe völlig unterschlägt. Kapitalismus wird als anonymes, apersonales
Herrschaftsverhältnis präsentiert, in dem die Menschen von Abstraktionen
und Strukturen beherrscht werden. Getreu dem neoliberalen Paradigma "There
is no alternative!" kann bestehende Unterdrückung so als notwendiges, kaum
erfassbares Übel gerechtfertigt und Widerstand als irrational und
ressentimentgeladen delegitimiert werden.

Auf unserer Veranstaltung möchten wir beleuchten, welche Annahmen einem
solchen Marx-Verständnis zugrunde liegen und was politisch daraus folgt.
Wie kann es sein, dass marxistische Gesellschaftstheorie, die der
praktischen Befreiung der menschlichen Gesellschaft verpflichtet war, zur
strukturalistischen Rechtfertigungsideologie von Herrschaft und Ausbeutung
verkommen kann? Und in welcher Tradition steht ein solcher
"Strukturmarxismus"? Darüber möchten wir mit Euch und dem Referenten Werner
Seppmann diskutieren.


Werner Seppmann hat nach Berufstätigkeit Soziologie und Philosophie
studiert. Vorstandsmitglied der Marx-Engels-Stiftung in Wuppertal. Tätig im
Projekt Klassenanalyse ät BRD, Mitherausgeber der Marxistischen Blätter.
Langjährige Zusammenarbeit mit Leo Kofler. Zahlreiche Veröffentlichungen
zur Sozialstrukturanalyse, Klassentheorie, Ideologietheorie und zur
Marxismusforschung. Zuletzt erschienen: "Subjekt und System" (2011), "Die
verleugnete Klasse" (2011) und "Dialektik der Entzivilisierung" (2011).


Einen Veranstaltungsflyer findet Ihr im Anhang. Eine Ankündigung findet Ihr
ebenfalls auf unserer Homepage:
http://www.assoziation-daemmerung.de/2011/11/veranstaltung-marx-statt-klassenkampf-zur-kritik-des-strukturmarxismus/



*VERANSTALTUNG:*

*Mittwoch, 7. Dezember 2011, 19.30 Uhr*

*MAGDA-THÜREY-ZENTRUM (MTZ)*

*Lindenallee 72 (Hamburg-Eimsbüttel)*



Wir freuen uns auf Eure Teilnahme!



November 2011

Assoziation Dämmerung
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