Vatikan und 4. Rom
Heute zum Tag der Philosophie führt vielleicht der folgende Beitrag zu
neuen Einsichten, politisch und anderweitig - wie immer zur Anregung,
Verwendung und Weiterverbreitung.
Gruss,
Jan Lenkait
Telefon 02159-1664
Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait, Juristin und Diplomatin a.D.,
40670 Meerbusch
17.11.2011
Süddeutsche Zeitung (SZ) vom 28.10.11: "Die Zweiflerin, der Papst und ein
Schuldbekenntnis" von Andrea Bachstein,
SZ vom 7.11.11: "Mission Zukunft", Leitartikel von Matthias Drobinski
und
SZ vom 8.11.11: Kolumne: "Suche nach neuem Sinn" von Matthias Drobinski
Stunde des vierten Roms gekommen
Auffällig vermeidet der Summo Pontifex der Katholischen Kirche eine
eindeutige Stellungnahme zur besorgniserregenden Lage der Welt. Die
Macht der Gewalt des Westens stellt sich erschreckend in den
Vordergrund, wie beim jüngsten Krieg, Mord und Verwüstung in Libyen.
Zügellos herrscht die Drohpolitik von Israel und der USA. Nicht die
Religionen müssten sich von Gewalt und Terrorismus "reinigen", sondern
bestimmte westliche Macht-Herren, die auf Terrorismus und auf die Macht
der Gewalt setzen und damit ihren partikulären egoistischen Interessen
über andere Völker durchsetzen wollen.
Alle Religionen verurteilen die Gewalt und rufen die Menschheit zu
Frieden, Liebe, Solidarität und Verständigung auf. Keine
Religionsgemeinschaft, keine Kirche, keine Institution darf sich deshalb
als Besitztum Gottes ansehen oder ausgeben. Die einzige Religion, die
sich der menschlichen Einheit entgegen stellt und sie ausschließt, ist
das Judentum. Diesbezüglich sind die mahnende Worte des Papst
zutreffend, aber seine Worte waren nicht explizit, wie es
wünschenswert gewesen wäre.
Das Judentum als klassischer Judaismus ist keine humanistische Religion,
keine menschliche Widerspiegelung. Im Gegenteil, es ist eine
ausschließende Religion, die der Menschheit keine Integration
anbietet. Aus dem Talmud folgt eine abstoßende Vorstellung des Juden
als Supermensch und seine auserwählte Überlegenheit über allen
anderen Menschen, die nicht Juden sind. Eine derartige menschliche
Diskriminierung bis zum unglaublichen inhumanen Extrem ist lediglich mit
der Nazi-Vorstellung des Herrenmenschen zu vergleichen. Durch Trug und
Betrug, die auch der Talmud lehrt, versuchen Israelis Machteliten die
Welt weiter zu betrügen und durch alle möglichen Tricks, diese
abstoßende Realität vor ihr zu vertuschen und zu verstellen. Diese
gravierende Täuschung ist zu entlarven. Die Öffentlichkeit und vor
allem naive Politiker der Linken sind aufgerufen, sich über den
jüdischen Standpunkt der Täuschung als Leitmotiv zu erkundigen.
Selbst wenn sie äußerst erschreckend wirkt, ist die Lektüre vom
"Jewish History, Jewish Religion. The Weight of three Thousand Years"
von Israel Shahak weitgehend aufklärerisch. Der Autor kam im
Warschauer Ghetto zur Welt und überlebte das Konzentrationslager
Bergen-Belsen. Er hat sich in Israel nach dem Zweiten Weltkrieg
etabliert. Gore Vidals Worte zur Einführung des Buchs geben eine
erläuternden Einblick: "From Jerusalem, Israel Shahak never ceases to
analyse not only the dismal politics of Israel today but the Talmud
itself, and the effect of the entire rabbinical tradition on a small
state that the right-wing rabbinate means to turn into a theocracy for
Jews only.... Those of us who criticised our onetime Jewish allies for
misguided opportunism, were promptly rewarded with the ritual epithet
"antisemite" or "self-hating Jew"."
Der amerikanische Schriftsteller Gore Vidal stellt eine scharfe Kritik
an der aktuellen Politik der USA unter Beweis in seinem Buch "Ewiger
Krieg für Ewigen Frieden. Wie Amerika den Hass erntet, den es gesät
hat" (2002):
"Die USA und Großbritannien haben den Irak-Krieg geführt, dessen
einziger Grund die irakischen Ölreserven sind. Ähnlich war es
bereits in Afghanistan, wo wir wegen einer Pipeline in den Krieg zogen.
Präsident Bush aber schwadroniert immer davon, dass es nur darum
ginge, diesen Ländern und Völkern Freiheit, Frieden und Demokratie
zu bringen. Das ist nicht ohne Ironie, denn die Amerikaner haben weder
Freiheit noch Demokratie. Der Begriff "Demokratie" kommt weder in der
Verfassung der Vereinigten Staaten noch in der
Unabhängigkeitserklärung vor. Wir sind vielmehr eine kalte,
steinerne calvinistische Republik... Selbstverständlich haben wir
Wahlen in Amerika, die sogar sehr viel kosten, was zur Folge hat, dass
derjenige, der das meiste Geld ausgeben kann, diese in aller Regel auch
gewinnt. Aber die Wähler haben keinerlei Einfluss auf die Regierung
der Vereinigten Staaten. Jetzt lässt es sich diese Regierung angelegen
sein, auf der ganzen Welt Völker von schlechten Regierungen zu
befreien. Wer wird aber uns befreien? Ich warte auf die Afghanen, auf
die Iraker, auf die Iraner. Vielleicht warte ich sogar auf die
Deutschen, um die Vereinigten Staaten zu befreien.
In der amerikanischen Politik ist es unüblich, die Wahrheit zu sagen.
Wenn Bush tatsächlich gesagt hätte, wir greifen Irak an, weil dieses
Land die zweitgrößten Ölreserven der Welt besitzt, dann ließe
sich das kaum mit dem Anspruch vereinbaren, demzufolge eine große
Demokratie jedermann Freiheit und Glück verschaffen will. Deshalb galt
es, Vorwände und Lüge zu konstruieren.
Ein solcher Zynismus ist der amerikanischen Geschichte eigentlich nicht
fremd. Der Krieg gegen Mexiko wurde 1846 geführt, weil die USA
Kalifornien annektieren wollten. "Ich habe immer gedacht, dass der
amerikanische Bürgerkrieg das Urteil war, das Gott über die USA
verhängte für das, was wir einer uns weit unterlegenen Macht wie
Mexiko angetan haben." (Aus den Memoiren vom General Grant) (Ende des
Zitats von Gore Vidal).
Der Papst weiß wie alle anderen europäischen Staatsoberhäupter,
welche mächtigen Herren heute die Macht der Gewalt bis zum Extrem von
Mord und Krieg ausüben, mittels Täuschung und konstruierten Lügen
für die Öffentlichkeit. Benedikt XVI sollte nicht in die
Vergangenheit der Geschichte zurückgehen, um die Gegenwart zu
verschonen. Was soll ein Schuldbekenntnis zur Vergangenheit, wenn die
Verbrechen der Gegenwart unangesprochen bleiben?
Die gegenwärtige Gottlosigkeit Europas schafft das verdorbene Klima
des Verbrechens und der Unmenschlichkeit der sogenannten "christlichen"
Welt, wo angeblich "Freiheit und Demokratie" herrschen. Blind und taub
erscheint der Summo Pontifex gegenüber den aktuellen Verbrechen, die
westliche Macht-Herren zu verantworten haben. Seine Worte über die
"Religionen" sind deshalb unzutreffend. Wegen seiner Blindheit und
Taubheit zur aktuellen Lage der Welt muss der Vatikan-Chef noch ein
Schuldbekenntnis ablegen? Anscheinend ist der Vatikan abhängig vom
Materialismus geworden, der den Westen weitgehend prägt, so
abhängig, dass er sich hütet, mit klaren Worten, die Terror-Gewalt
des Westens, angeordnet von identifizierten Personen in führenden
Stellungen Europas eindeutig zu verurteilen.
Europa bekennt sich zur christlichen Zivilisation. Aber in der Rede des
Nuntius vor der UN-Vollversammlung (September 2011) ist kein Wort, kein
Hinweis darüber zu erkennen. Im Gegenteil. Es ist eine Enttäuschung
für die katholische Welt und ein Irrweg für die
Weltstaatengemeinschaft überhaupt, wenn der Vatikan in die
Propaganda-Masche der NATO-Staaten öffentlich und offiziell
verfällt, die Konstruktion der sogenannten Schutzverantwortung
(Responsibility to protect) propagiert und den Prinzipien und Normen der
UN-Charta keine Achtung schenkt. Und das auf der Bühne der Welt. Damit
widersprach der UN-Nuntius blamabel den Worten des Papstes vor dem
Bundestag, als Benedikt XVI. die Relevanz des Rechts für die Politik
deutlich hervorhob. Es wäre wirksamer gewesen und hätte höchste
Wertschätzung erfahren, wenn der Papst als Oberhaupt des Vatikans vor
den Vereinten Nationen und nicht vor dem Bundestag seine Rede über die
Relevanz des Rechts (22.9.2011) gehalten hätte. Vermutlich ist der
Vatikan finanziell völlig abhängig von den USA und muss deshalb
alles tun, was ihm gesagt wird. Aber dadurch macht sich der Vatikan
unbrauchbar, unbedeutend für die Katholische Kirche.
Bei der Sehnsucht der Menschen nach Sinn und Deutung des Lebens geht es
um viel mehr als die Institution Kirche. Es geht um religiöse
Substanz. Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche haben
sich ständig als Bundesmoralanstalt verhalten, anstatt "das Evangelium
in Klarheit und Reinheit zu verkünden", wie es die Frankfurter
Allgemeine Zeitung auf den Punkt bringt (FAZ, 8.11.). Unser Herr Jesus
Christi führt eine wahre Revolution ein, als er anstatt eine
diskriminierende und ausschließende Gesellschaft, den Code des
Mitgefühls einführt, wobei eine mitfühlende Gesellschaft,
barmherzig integrativ und einschließend zu schaffen ist. In diesem
Gottes Reich sind alle Menschen willkommen als Gottes Kinder, sie alle
sind eingeladen, niemand darf gedemütigt, ausgeschlossen oder von der
Gemeinschaft getrennt werden. Religion auszuüben, einer kirchlichen
Institution anzugehören, führt nicht unbedingt zum Reich Gottes, vor
allem nicht, wenn es der kirchlichen Institution ganz gleich ist, ob man
nebenbei ein Krimineller ist, andere bestiehlt, erpresst oder belügt.
Das lässt sich doch zur Zeit alles gut miteinander vereinbaren. Oder
man glaubt an das Ideal des Guten im Menschen und lehnt es ab, das
andere unter Armut, Unterdrückung und Überfall leiden, dass es ihnen
schlecht geht. Das ist eine völlig andere Herangehensweise, die mit
keiner Institution etwas zu tun hat, sondern mit dem Sinn und der
Botschaft des Evangeliums.
Warum hat uns Gott diese unvollkommene Welt gegeben, wenn nicht um hier
Sein Reich aufzubauen?
Die Gottlosigkeit erfasst heute den europäischen Kontinent und aus
dieser Gottlosigkeit ergeben sich die Verbrechen der westlichen
Machthaber, die auf ihre Straflosigkeit setzen, während eine
korrumpierte Öffentlichkeit sie als ganz normal hinnimmt. Also nicht
die Religionen sind zu ermahnen, sondern identifizierte bekannte
Personen in führenden Stellungen, die sich durch ihre Untaten strafbar
gemacht haben. Benedikt XVI. hat die moralische Autorität, solche
Verbrecher an den Pranger zu stellen. Sie widersprechen der christlichen
Lehre und tun den Menschen in großem Maße Böses an.
Als Hoffnung für die ganze Menschheit scheint die Stunde des vierten
Roms gekommen zu sein. Die Zukunft Russlands sollte nicht von der
Zivilisation des verfaulenden Westens bestimmt werden, sondern Russland
muss die Aufgabe zugewiesen sein, mit seiner leidgeprüften
Menschenliebe Europa und die Menschlichkeit in einer kooperativen
Gesellschaft zu neuem Leben zu erwecken. Wo läge sonst die Kraft der
russischen Religiosität, wenn nicht in seinem Streben zu
Universalität und nach Allmenschlichkeit? Ein viel weiteres Ziel als
der Utilitarismus, ein unvergleichlich höheres Ziel ist zu erreichen,
als es der nächstliegende Utilitarismus je sein könnte. Mit voller
Lebenskraft ist diesem Streben zu folgen: Zur lebendigen
Wiedervereinigung der Menschen, zu einer universalen Einigung! Nicht
feindlich (wie es von höchsten herrschenden westlichen
Regierungsstellen gefördert wird) sondern freundschaftlich. Den
Schöpfergeist der fremden Völker offen aufzunehmen, aller Völker,
so viel es sie nur gibt, um das Fremde wertzuschätzen. Allein damit
haben die Russen ihre Fähigkeit und Neigung zur Wiedervereinigung
aller Völker.
Diese Weisheit und Hinweise zu einer Zivilisation der Liebe bekommt der
Westen aus dem höchsten russischen Geist, wie niemand besser als
Alexander Puschkin und Fiodor Dostojewski ihn widerspiegeln können.
"Die Bestimmung des russischen Menschen ist unstreitig eine universale.
Alle Europäer, Russen, sind Brüder" mit allen Arabern, Hindus,
Chinesen, Islamisten, Afrikanern, Amerikanern und Asiaten. Die Spaltung,
die Trennung ist Betrug und Täuschung, irrender Weg und falsche
Haltung, die die menschliche Einheit verhindern will.
Diese menschliche universale Einheit ist Katholizismus im wahren Sinne
des Wortes, "die Verkörperung der Einheitsidee auf Erden, und zwar
nicht einer durch das Schwert oder die Gewalt errungene, sondern durch
die Macht der brüderlichen Liebe und unseres brüderlichen Strebens
zur Wiedervereinigung der Menschen verwirklichten Einheit. So Fiodor
Dostojewski weiter: "Die europäischen Widersprüche sind in sich
endgültig zu versöhnen, wenn die europäische Sehnsucht in der
russischen allmenschlichen und allvereinenden Seele den Ausweg findet,
in dieser Seele sie alle in brüderliche Liebe aufzunehmen und so
vielleicht das letzte Wort der großen, allgemeinen Harmonie, des
brüderlichen Einvernehmens aller Völker nach dem evangelischen
Gesetz Christi auszusprechen."
Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait