Geldwäsche und Mafia: Behörden ermitteln gegen Vatikanbank (dapd, ARD) fwd
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Betreff: Geldw?he und Mafia: Beh?n ermitteln gegen Vatikanbank (dapd,
ARD)
Von: "Der kleine Dienstag" <derkleinedienstag{?jpberlin.de>
Datum: So, 19.12.2010, 22:56
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Westf?scher Anzeiger
Artikel publiziert am: 12.12.10
Quelle: <
http://www.wa.de/nachrichten/welt/-1044094.html>
http://www.wa.de/nachrichten/welt/-1044094.html
Geldw?he und Mafia: Beh?n ermitteln gegen Vatikanbank
Rom (dapd) - Die Vatikanbank hat mit einem handfesten Skandal zu k?fen -
es geht um Geldw?he, geheime Transaktionen und die m?che Zusammenarbeit
mit der Mafia.
Im September hatten die italienischen Beh?n 23 Millionen Euro von einem
Konto der Vatikanbank beschlagnahmt und Ermittlungen gegen den
Vorstandsvorsitzenden der Bank, Ettore Gotti Tedeschi, und den
Generaldirektor Paolo Cipriani eingeleitet. Der Vatikan sprach von einem
Missverst?nis.
Laut den Gerichtsunterlagen beschuldigte die Staatsanwaltschaft die Bank,
sich ? Regelungen zur Geldw?he hinweggesetzt zu haben, "mit der
Absicht, den Besitz, das Ziel und den Ursprung des Kapitals zu verstecken".
Aus den Unterlagen geht auch hervor, dass Ermittler vermuten, katholische
Geistliche k?en als Strohm?er f?orrupte Gesch?sm?er und die
Mafia agiert haben.
In einem anderen Fall erkl?e die Finanzpolizei auf Sizilien Ende Oktober,
sie habe einen Fall von Geldw?he aufgedeckt, in dem ein Konto der
Vatikanbank benutzt worden sei. Inhaber des Kontos sei ein in Rom ans?iger
Priester, dessen Onkel wegen einer Verbindung zur Mafia verurteilt worden
war.
Die neuerlichen Vorw? kommen f?en Vatikan zu einer denkbar ung?igen
Zeit. Der Heilige Stuhl hat bereits mit Vorw?n zu k?fen, p?phile
Priester gesch? oder zumindest zu lasch behandelt zu haben.
Bank war bereits mehrmals in einen Skandal verwickelt
Es ist auch nicht das erste Mal, dass die Bank in einen Skandal verwickelt
ist. 1986 starb der sizilianische Finanzier Michele Sindona, nachdem er mit
Gift versetzten Kaffee getrunken hatte. Sindona war vom Papst mit der
Verwaltung der ausl?ischen Investitionen des Vatikans beauftragt worden.
Wegen Verbindungen zur Mafia wurde Sindona zu einer Haftstrafe verurteilt.
In einem weiteren Skandal ging es um den mysteri? Tod des Pr?denten der
Banco Ambrosiano, Robert Calvi, der 1982 nach dem Zusammenbruch der
Institution erh?t unter einer Londoner Br? gefunden wurde. Die Banco
Ambrosiano war zusammengebrochen, nachdem Kredite in Milliardenh?verschwunden waren, die an Scheinfirmen in Lateinamerika ausgestellt worden
waren. Der Vatikan hatte der Bank Kreditbriefe daf?ur Verf?g gestellt.
Die Umst?e des Todes von Calvi und Sindona sind bis heute nicht gekl?.
Die F?e belasteten nicht nur das Ansehen der Vatikanbank, sie riefen auch
den Verdacht hervor, die Institution habe Verbindungen zur Mafia.
Vatikan will sich an EU-Richtlinien orientieren
Der Vatikan k?ge an, sich an die von der EU vorgegebenen finanziellen
Standards zu halten. Er wolle zudem eine Beh? schaffen, die f?ie
Beobachtung der finanziellen Gesch?e zust?ig sein soll.
Er sei nicht optimistisch, dass der Vatikan k?ig mehr Licht in seine
finanziellen Angelegenheiten bringen werde, sagte der Autor Gianluigi Nuzzi,
der in seinem Buch "Vatican SpA" ? fragw?ge Gesch?e der Vatikanbank
schreibt. "Ich vertraue ihnen nicht" , sagt Nuzzi. "Nach den vorherigen
gro?n Skandalen sagten sie 'wir werden uns ver?ern', und sie taten es
nicht." Dies sei schon zu oft der Fall gewesen.
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tagesschau.de Die Nachrichten der ARD
Quelle: <
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/vatikanbank102.html>
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/vatikanbank102.html
Ermittlungen gegen Vatikanbank-Chef
"Heilige Gelder" in Millionenh?gewaschen?
Schon seit l?erem hat italienische Finanzpolizei Transaktionen der
Vatikanbank (I.O.R.) in Millionenh?unter die Lupe genommen. Seit gestern
wird offiziell gegen den Chef der Bank, Ettore Gotti Tedeschi, ermittelt.
Wegen des Verdachts auf Geldw?he wurden 23 Millionen Euro von einem Konto
des Instituts beschlagnahmt. Der Vatikan zeigte sich "verbl? und
?rascht", obwohl es sich nicht um den ersten Skandal des Geldinstituts
handelt.
Von Stefan Troendle, ARD-H?nkstudio Rom
Wer das Archivmaterial ? die Vatikanbank I.O.R. durchgeht, f? sich an
einen schlechten Film erinnert. Oder: Um ein in dem Zusammenhang recht
passendes Klischee zu bem? - man k?e glatt vom Glauben abfallen. Was
sich das "Instituto per le opere di Religione" ("Institut f?ie religi?
Werke") in den 80er-Jahren alles geleistet hat, war ?gens tats?lich die
Vorlage f?inen Film: Francis Ford Coppola baute den Riesenskandal um das
I.O.R. in "Der Pate" Teil III ein.
Ein Tod, der den Papst belastet
R?lende: Es war der 18. Juni 1982, als fr?rgens an der
Blackfriars-Bridge in London eine Leiche baumelte. In den Taschen Backsteine
und 15.000 Dollar. Bei dem Toten handelte es sich um Roberto Calvi, den
Pr?denten der Mail?er Bank Ambrosiano. Seiner Witwe zufolge handelte es
sich nicht um Selbstmord, da Calvi kurz vor seinem Tod gesagt haben soll,
wenn ihm etwas zusto?, m? der Papst zur?reten.
Calvi hatte eng mit Erzbischof Marcinkus zusammengearbeitet, dem obersten
Chef des I.O.R., sowie mit Michele Sindona, einem Geldw?hebanker der
Mafia. Dessen Banken-Imperium war Mitte der 70er-Jahre zusammengebrochen -
das I.O.R. hatte dadurch etwa 50 Millionen Dollar verloren.
Nach Calvis Tod kamen weitere Einzelheiten heraus - unter anderem, dass der
Vatikan durch diese Verbindungen und ? Beteiligungen an der Banco
Ambrosiano an einem gro?n Geldw?henetz und waghalsigen Gesch?en
beteiligt gewesen war. Vereinfacht gesagt: Sindona und Calvi waren
Mitglieder in der umst?erischen Geheimloge P2. Der eine lieferte Geld
unter anderem aus dem Handel mit Heroin, der andere gr?te
Briefkastenfirmen und legte das Geld an. Finanziert wurden damit unter
anderem Waffengesch?e f??erikanische Staaten. Und das I.O.R.
profitierte davon.
I.O.R. in gr? Bankenpleite Italiens verwickelt
Aber Calvi hatte sich verzockt. 1982 hatte seine Bank kein Geld mehr, die
Schulden beliefen sich auf etwa 1,5 Milliarden Dollar. Es war die gr?
Bankenpleite in der italienischen Geschichte. Das I.O.R. hatte jedoch durch
die Verbindungen seines Chefs im Rang eines Erzbischofs B?chaften f?ie
Mail?er Bank ?nommen. Au?rdem hatte er wohl versucht, mit gef?chten
Aktien als Sicherheit ein Darlehen zu bekommen.
Der Vatikan zahlte sp?r in einem au?rgerichtlichen Vergleich - ohne
Anerkennung einer Schuld - mehr als 240 Millionen Dollar an die
Ambrosiano-Gl?iger. Gegen den zwielichtigen "Bankier Gottes", wie
Erzbischof Marcinkus auch genannt wurde, erging in Italien Haftbefehl. Er
verlie?den Vatikan zun?st nicht mehr, sp?r fl?ete er in die USA. Die
Hintergr? der windigen Gesch?e wurden nie richtig aufgekl?, auch weil
der Vatikan mauert und das I.O.R. bis heute keinerlei Bilanzen
ver?ntlicht.
Mehr als f?Milliarden Dollar Gesamtverm?
Italienische Medien berichten, das Gesamtverm? des I.O.R belaufe sich
inzwischen auf mehr als f?Milliarden Dollar, die von etwa 150
Mitarbeitern im Nikolausturm des Vatikans betreut werden. Das Institut ist
?gens nicht die offizielle Vatikanbank. Trotzdem ist es nur dem Papst
Rechenschaft schuldig und viele katholischen Einrichtungen haben dort ein
Konto.
Ziemlich peinlich deshalb, dass das I.O.R. bis 1970 die Aktienmehrheit an
einem Pharmaunternehmen besa? das die Anti-Baby-Pille produziert. Paul VI.
hatte zwei Jahre zuvor seine umstrittene Anti-Pillen-Enzyklika
herausgegeben.
Wegen m?cher Geldw?he im Visier der Ermittler
Inzwischen agiert das I.O.R. sehr viel vorsichtiger, trotzdem gibt es immer
wieder Ger?e, die Einrichtung habe mit Geldw?he zu tun. Unter anderem
behauptet das ein Buchautor, dem angeblich echte Unterlagen zug?lich
gemacht wurden. Ob Benedikt XVI. dem I.O.R. deshalb im vergangenen Jahr
vorzeitig eine neue F?ng verordnet hat, l?t sich nur vermuten. Der
neue, dem Opus Dei nahestehende Chef, Gotti Tedeschi, war zuvor Italien-Chef
der Santander-Bank.
Ob an den Ermittlungen gegen ihn etwas dran ist, ist absolut unklar.
Allerdings hat der Vatikan diesmal blitzartig reagiert. In einer Erkl?ng
des Staatssekretariats spricht ihm der Heilige Stuhl sein allervollstes
Vertrauen aus. Dort wird man sich an die Worte des Vorsitzenden der
italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Bagnasco, erinnert haben. Der hat
2009 ? das I.O.R. gesagt, das sei eine Einrichtung, die mehr Schatten
wirft als Licht.
Geldw?he-Verdacht gegen Chef der Vatikanbank (21.09.2010).
<
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/vatikanbank100.html>
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/vatikanbank100.html
Homepage des Vatikan.
<
http://www.vatican.va/phome_ge.htm>
http://www.vatican.va/phome_ge.htm
Das Archiv im Vatikan.
<
http://asv.vatican.va/de/arch/oggi.htm>
http://asv.vatican.va/de/arch/oggi.htm
"Man k?e glatt vom Glauben abfallen" [S. Troendle, ARD Rom].
<
http://www.tagesschau.de/multimedia/audio/audio58456.html>
http://www.tagesschau.de/multimedia/audio/audio58456.html
Weltatlas: Italien
<
http://atlas.tagesschau.de/html/?display_id=515000>
http://atlas.tagesschau.de/html/?display_id=515000
Stand: 22.09.2010 09:03 Uhr
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Literatur:
Gianluigi Nuzzi: Vatikan AG. Ein Geheimarchiv enth? die Wahrheit ? die
Finanz- und Politskandale der Kirche, Salzburg 2010. Ecowin Verlag, 360
Seiten, 22,50 Euro.
Rezension <
http://tinyurl.com/27lbbuw>
http://tinyurl.com/27lbbuw
Interview <
http://tinyurl.com/295m2la>
http://tinyurl.com/295m2la
Carsten Frerk: Violettbuch Kirchenfinanzen - Wie der Staat die Kirchen
finanziert. Alibri-Verlag, Aschaffenburg 2010, 270 Seiten, 16 Euro
Rezension <
http://tinyurl.com/2vupvkx>
http://tinyurl.com/2vupvkx
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"Der kleine Dienstag aber wich nicht vom Apparat."
www.zlb.de/projekte/kaestner/emil/dienstag.jpg