Baustelle Revolution - Autobiografie des Anarchisten Lucio Urtubia auf Deutsch erschienen
Baustelle Revolution - Autobiografie des Anarchisten Lucio Urtubia auf
Deutsch erschienen
26.09.10
Lucio Urtubia:
Baustelle Revolution
Erinnerungen eines Anarchisten
Aus dem Spanischen von Alix Arnold und Gabriele Schwab
ISBN 978-3-935936-84-2, 256 Seiten, 19,80 Euro, 33,50 CHF
Sozialrebell, Geldfälscher, Bankräuber, moderner Robin Hood - die Liste
der Titel, mit denen Lucio Urtubia beehrt wurde, ist lang. Sein Leben,
das wie ein Abenteuerroman klingt, ist ein Spiegel der libertären
revolutionären Bewegungen Europas in der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts.
Lucio Urtubia wird 1931 in einem kleinen Dorf in Navarra geboren und
wächst unter ärmlichen Verhältnissen auf. Als er zum Militär eingezogen
wird, desertiert er wenig später nach Frankreich, wo er fortan als Maurer
arbeitet. Er nimmt Kontakt zu anarchistischen Gruppen auf und lernt
seinen politischen Ziehvater kennen: den legendären Sabaté, der von
Frankreich aus den bewaffneten Widerstand gegen die Franco-Diktatur
organisiert. Fälschen von Dokumenten, Verstecken von Untergrundkämpfern
und illegale Geldbeschaffungsaktionen spielen fortan in Lucios Leben eine
zentrale Rolle. Zahlreiche Widerstandsorganisationen profitieren von
seinen Fertigkeiten: Black Panthers, Tupamaros, europäische Guerillas.
Jedem Akt der Revolte, der auf eine gerechtere Gesellschaftsordnung
zielt, gilt Lucios Solidarität.
1962 schlägt er dem damaligen Leiter der Nationalbank Kubas, Che Guevara,
vor, den Weltmarkt mit gefälschten Dollarnoten zu überschwemmen, um die
US-amerikanische Wirtschaft zu destabilisieren. Der Vorschlag stößt auf
kubanischer Seite auf wenig Gegenliebe, doch der Gedanke bleibt in Lucio
lebendig. 1980 gelingt ihm sein größter Coup: Durch den Druck von
Travellerschecks der Citibank im Wert von mehreren Millionen Dollar
zwingt er die damals mächtigste Bank der Welt in die Knie.
Die Liste seiner Aktivitäten ist damit nicht erschöpft. Doch Lucio ist
auch ein Meister der Konspiration, dem in seinem nicht gerade
gesetzestreuen Leben das Kunststück gelingt, nur ein paar Monate im
Gefängnis verbringen zu müssen. Erst mit weit über 70 Jahren bricht er
das Schweigen. Ein Buch über ihn erscheint, der Film »Lucio« wird
gedreht, siehe:
http://www.lucio.com.es/
Nun hat Lucio Urtubia seine Autobiografie vorgelegt.
Und noch ein wichtiger Hinweis:
In der vorletzten Oktoberwoche wird Lucio Urtubia - begleitet von seiner
Übersetzerin Alix Arnold - seine Autobiografie auf einer Lesereise in
Deutschland vorstellen. Die Stationen der Lesereise sind:
Köln: 19. Oktober; Hamburg: 20. Oktober; Berlin: 22. Oktober. Näheres
unter:
http://www.assoziation-a.de/lesen/Lucio_Urtubia.htm
Quelle: scharf-links, 26.9.10
http://www.scharf-links.de/45.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=12369&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=76cb4d88f3
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