Neues Buch "Das Ende der Artenvielfalt": Pestizide von BAYER verursachen Vogel- und Bienensterben
neues Buch "Das Ende der Artenvielfalt" von Dr. Henk Tennekes
Vogel- und Bienensterben durch Pestizide verursacht
22. Dezember -- In seinem neuen Buch "Das Ende der Artenvielfalt" belegt
der holländische Toxikologe Dr. Henk Tennekes den Zusammenhang zwischen
dem großräumigen Einsatz von Pestiziden und dem Rückgang zahlreicher
europäischer Vogel- und Insektenarten. Die Agrochemikalien vergiften
Käfer, Bienen, Fliegen, Schmetterlingen und Motten. Hierdurch wird der
Bestand vieler Vogelarten gefährdet, da mit den Insekten eine
Hauptnahrungsquelle wegfällt.
Hauptverantwortlich für diese Entwicklung sind Ackergifte aus der Gruppe
der Neonikontinoide. Weltmarktführer für Produkte dieser Substanzklasse
ist die Monheimer Firma BAYER CropScience. Der Wirkstoff Imidacloprid
gilt als meistverkauftes Pestizid weltweit, die BAYER AG erlöste damit
allein im vergangenen Jahr 600 Millionen Euro. Das ebenfalls von BAYER
produzierte Clothianidin hatte vor zwei Jahren das großflächige
Bienensterben in Süddeutschland verursacht.
Dr. Tennekes fordert ein unverzügliches Verbot der Mittel: "Das Risiko
von Pestiziden wie Imidacloprid und Thiacloprid wird enorm unterschätzt.
Die Firma BAYER ist verantwortlich für eine drohende Umweltkatastrophe.
Ein Verbot neonikotinoider Insektizide ist aus meiner Sicht dringend
erforderlich, um weitere Bienen- und Vogelsterben abzuwenden".
Philipp Mimkes vom Umweltverband Coordination gegen BAYER-Gefahren, der seit
langem mit Dr. Tennekes kooperiert, ergänzt: "Wir freuen uns, dass dieses
wichtige Buch nun auch auf deutsch vorliegt. Schon seit den 90er Jahren ist
bekannt, dass Neonikotinoide für den weltweiten Rückgang von
Bienenpopulationen mitverantwortlich sind. Doch trotz der Verbote in
Frankreich, Deutschland und Italien exportiert BAYER die Wirkstoffe in mehr
als 100 Länder. Wegen der riesigen Umsätze wird der Konzern von sich aus
keinen Verkaufs-Stopp vornehmen - hier helfen nur rigorose Verbote!".
Das vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) herausgegebene
Buch wird mit ganzseitigen Bildern des Künstlers Ami-Bernard Zillweger
illustriert. Prof. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND, schreibt in
seinem Vorwort: "Der BUND verfolgt das Ziel, dass alle für Mensch und
Umwelt gefährlichen Neonikotinoide alsbald vom Markt genommen werden. In
diesem Sinne wünsche ich, dass dieses Buch viele wichtige Argumente im
Kampf gegen gefährliche Pestizide liefern kann."
Rezension von Susan Haffmans (Pestizid Aktions-Netzwerk) aus der
Zeitschrift Kritische Ökologie:
www.cbgnetwork.org/downloads/RezensionTennekesKritischeOekologie.pdf
Bestellung:
https://www.bundladen.de/shop/tierschutz/buecher/zurueck/buecher-4/produkt/das-ende-der-artenvielfalt/
ausführliche Informationen zu Bienensterben: www.cbgnetwork.org/2556.html
für Rückfragen und Rezensionsexemplare: Dr. Henk Tennekes:
info(at)toxicology.nl, Tel. +31 575 545500
weitere Infos zur Veröffentlichung:
In seinem neuen Buch "Das Ende der Artenvielfalt" klagt der holländische
Toxikologe Dr. Henk Tennekes Neonikotinoide als Bedrohung der Umwelt an.
Er belegt, dass die systemischen neonicotinoiden Pestizid-Wirkstoffe
aufgrund ihrer Wirkungsweise schon im Niedrigdosisbereich tödliche Folgen
für eine Vielzahl von Insekten, Schnecken und Spinnen haben können und
stellt den dramatischen Artenrückgang von Vögeln in Zusammenhang mit der
steigenden Anwendung dieser Wirkstoffe in der Landwirtschaft. Er belegt,
dass die Expositionsdauer einen wesentlichen Einfluss darauf hat, wie
hoch eine Dosis sein muss, um einen schädigenden Effekt auf den
Testorganismus auszuüben. Setzt man beispielsweise Honigbienen über einen
längeren Zeitraum einer niedrigen Konzentration von Imidacloprid aus, so
kommt es zu letalen Effekten obgleich die Gesamtbelastung 60-6000mal
unterhalb der Dosis liegt, die den gleichen Effekt in Testverfahren zur
Ermittlung der akuten Toxizität hat.
Das Risiko von Pestiziden wie Imidacloprid und Thiacloprid wird demnach
erheblich unterschätzt. Dies gilt besonders für Wasserlebewesen,
Bodenorganismen und Bienen. Die bislang gültigen Grenzwerte wurden
weitgehend aus Kurzzeit-Tests abgeleitet. Würde man Langzeit-Versuche
durchführen, könnten schon bei wesentlich geringeren Konzentrationen
verheerende Schäden auftreten. Tennekes kommt in seiner Studie zu dem
Schluss, dass die Belastung mit niedrigen Neonicotinoid-Dosen einen
negativen Einfluss auf das Sammelverhalten und das Lernvermögen von
Honigbienen haben können und somit in Folge subletale Imidacloprid-
Konzentrationen sich schädigend auf die Bienenkolonie auswirken und
dadurch den Zusammenbruch einer Kolonie verursachen können
Hinzu kommt die gute Wasserlöslichkeit und Mobilität der Neonicotinoide
im Boden. Dieses Umweltverhalten der Neonikotinoide nennt Tennekes "den
zweiten katastrophalen Nachteil". Über das Wasser werden sie in der
Umwelt verteilt und zu einer Gefahr für unzählige Nicht-Zielorganismen.
Hinzu kommt ihre relative Langlebigkeit in Wasser und Boden. Bei
Imidacloprid beispielsweise findet in Gewässern mit neutralem pH-Wert
fast kein Abbau statt. Imidacloprid wurde als einer der Haupt-Rückstände
in niederländischen Oberflächengewässern nachgewiesen, vor allem in den
westlichen Landesteilen. Die höchsten Rückstände wurden 2005 in
Noordwijkerhout gemessen, einer Gemeinde an der Nordküste der
Niederlande, die bekannt ist für ihre Blumenproduktion. Hier lagen die
Imidaclopridwerte 4700-fach über dem erlaubten Wert von 67 Nanogramm/
Liter.
Tennekes' neue Studie "Toxicity of Neonicotinoids: a new Approach to Risk
Assessment" erschien am 7. Dezember in der Zeitschrift Journal of
Environmental & Analytical Toxicology
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