Buch-Tipp: Die Aera der Oekologie
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FAZ, 17.3.11
Joachim Radkau: Die Ära der Ökologie
Aus den Wäldern auf die Gipfel
Gewaltlos immer, doch mit recht disparaten Zielen: Der Historiker Joachim
Radkau hat eine imposante Weltgeschichte der Umweltbewegungen vorgelegt.
Von Joachim Müller-Jung
Wo anfangen? Diese Frage muss, obwohl in Geschichtsfragen alles andere
als ungeübt, für den Bielefelder Historiker Joachim Radkau die
entscheidende Hürde gewesen sein, nicht schon früher den großen
umwelthistorischen Wurf zu wagen. Am Thema selbst jedenfalls kann es kaum
gelegen haben. Radkau ist seit vier Jahrzehnten mit ökologischen Themen
befasst. Und er ist überdies ein "Öko", wie man so sagt, ein
Überzeugungstäter. Genau darin liegt aber offenbar sein Problem als
Historiker: Kaum eine soziale Bewegung ist - nach seinen Maßstäben
jedenfalls - geschichtsblinder als die internationale Ökoszene.
Mögen zu ihr auch viele Intellektuelle zählen, klagt Radkau, für die
eigenen Wurzeln haben sich die wenigsten auch nur ansatzweise
interessiert. Dieser Vorwurf gipfelt in einer beinahe selbstentlarvenden
Feststellung: Substantielle Auskünfte zur Ökoära, dieser nach Radkaus
Überzeugung "neuen grünen Aufklärung" der Moderne, dürfen wir von allen
erwarten, nur eben nicht von den Ökos und jener bunten Schar an
"kritisch-reformerischen Intellektuellen", die sich seit 1970 hinter die
Bewegung gestellt haben.
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