18./19.3.: Wem gehoert die Stadt? Tagung zu Transition Towns und staedtischen Gemeinguetern
Gemeingüter - 01.02.2011
Wem gehört die Stadt? Tagung zu Transition Towns und städtischen Gemeingütern
Kongress mehrerer Landesbildungswerke der Heinrich Böll Stiftung
Freitag 18. März, 18-21 Uhr bis Samstag 19. März, 10-18 Uhr
Bremen, Plantage 13
Die Möglichkeit, Überfluss jenseits des Subsistenzbedarfs zu produzieren,
hat vor 5.000 Jahren zum ersten Mal Städte entstehen lassen. Das
Industriezeitalter ließ, befeuert von Kohle und Öl, die Städte schnell
und ausufernd wachsen. Seit 2008 leben zum ersten Mal in der Geschichte
über 50% der Weltbevölkerung in Städten.
In der Problembeschreibung liegt gleichzeitig die Lösung. Die Stadt ist
Basis für Veränderungen und Innovation. In der Wiederentdeckung des
Lokalen und dessen Nutzbarmachung durch die Bürger/innen selbst liegt die
Chance. Eher von unten, von offizieller Politik noch wenig beachtet,
entwickeln sich vielfältige Alternativen in Städten, die über gutes Leben
jenseits der Wachstumsdynamik nachdenken und Alternativen erproben.
Die Tagung will dazu anstiften, die Frage, wem die Stadt gehört, kritisch
zu artikulieren und an der Stadt als Gemeinwesen jenseits von
Verwertungsinteressen mitzuwirken.
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Freitag, 18. März, 18.00 Uhr:
Eröffnungsvortrag "Wohlstand ohne Wachstum?": Reinhard Loske, Bündnis 90/
Die Grünen
anschließend: Brezel und Wein und
Alles Im Überfluss
Quantenschaum/bremer shakespeare company mit Text, Szene und Musik
Samstag, 19. März, ab 10 Uhr:
Schwerpunktthemen "Transition Towns" und Gemeingüter
10.00 - 10.45 Uhr: Impuls 1 "Transition Towns"
Referent: Niko Paech, Carl von Ossietzki-Universität Oldenburg
Die Transition Town / die Postwachstumsökonomie kennzeichnet
Relokalisierung und Resilience, die "Rückkehr des Lokalen" und im
Ergebnis eine neue ökologische und ökonomischen Anpassungsfähigkeit.
Lokale Erzeugung von Nahrung, Energie und Gütern, der Aufbau lokaler
Strukturen für Währung, Verwaltung und Kultur bedeuten Stärkung der
örtlichen Ökonomie und eine neue Qualität der sozialen Bindungen.
Ergebnis ist ein Gemeinwesen, dessen Bewohner gemeinsam und partizipativ
die Kommune als lokales Gemeinwesen neu entwickeln und damit dem Peak Oil
und dem Klimawandel entgegenwirken.
10.00-10.45 Uhr: Impuls 2 "Gemeingüter"
Referentin: Silke Helfrich, freie Bildungsreferentin und Publizistin
Getrieben vom Wachstumsglauben und der Grundüberzeugung, der Mensch sei
zuvorderst ein homo oeconomicus (ein individueller Nutzenmaximierer)
wurden unsere sozialen, kulturellen und natürlichen Ressourcen besetzt.
Doch die vielfachen Krisen der Gegenwart stellen die Allgemeingültigkeit
dieser Kernbegriffe längst in Frage. Nach Emnid-Umfragen von 2010 sind 88
Prozent der Deutschen der Meinung, das derzeitige Wirtschaftssystem
garantiere weder einen »sorgsamen Umgang mit den Ressourcen« noch den
»sozialen Ausgleich in der Gesellschaft«. Nur jeder dritte Deutsche
glaubt noch an die »Selbstheilungskräfte des Marktes« Commons
(Gemeingüter) denken heißt, sich aus liebgewordenen Entweder-Oder-
Schemata zu lösen und das jeweils Dritte ins Zentrum zu rücken.
10.45 - 13.00 Uhr: Zwei parallele Workshops
1. Transition Towns mit: Nico Paech, Christa Müller, geschäftsführende
Gesellschafterin der Stiftungsgemeinschaft Anstiftung und ertomis,
München (angefragt) und Friederike Habermann, Volkswirtin und
Historikerin
2. Gemeingüter mit: Silke Helfrich, Christoph Schlee, Journalist Köln;
Arne Petrich, Jenapolis und Christoph Schmidt, Divercity, Berlin
13.00 - 14.00 Uhr: Mittagspause
14.00 Uhr: Plenum "Die Kommune - Ort der Veränderung?"
Jutta Günther, Radio Bremen und Klaus Wolschner, TAZ Bremen tragen als
Berichterstatter/innen die Ergebnisse aus den beiden Workshops vor.
Anschließend Debatte mit den Gruppenverantwortlichen (Silke Helfrich und
Niko Paech ), den Berichterstatter/innen und Walter Siebel, Universität
Oldenburg. Moderation: Brigitte Kratzwald, Sozialwissenschaftlerin, Graz
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Veranstaltungsort:
Heinrich Böll Stiftung Bremen, Plantage 13, Eingang 26, 28215 Bremen
Tagungsbeitrag:
EUR 10,- / 6,- (ermäßigt), inkl. Verpflegung
Den Beitrag bitte bis zum 13. März auf folgendes Konto überweisen:
Heinrich Böll Stiftung Bremen, Konto: 5133 0000, BLZ: 291 900 24
Anmeldung und Kontakt:
Peter Rüdel, Heinrich Böll Stiftung Bremen, ruedel.boell ät arcor.de
Quelle:
http://www.gemeingueter.de/1630/wem-gehoert-die-stadt-transition-towns-und-gemeingueter/
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