Verbot gefordert: US-Gesundheitsbehoerde beraet ueber gefaehrliche Antibaby-Pillen von BAYER
Selbsthilfegruppe Drospirenon Geschädigter (SDG)
Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V.
Pressemitteilung vom 30. November 2011
US-Gesundheitsbehörde berät über gefährliche Antibaby-Pillen
Geschädigte fordern Verbot / neue Studien stellen erhöhtes Thrombose-
Risiko fest / mehr als 10.000 Klagen gegen BAYER AG / mindestens 190 Tote
Für den 8. Dezember hat die US-Gesundheitsbehörde Food and Drug
Administration (FDA) einen Experten-Ausschuss einberufen, der über die
Zukunft von Antibaby-Pillen mit dem Wirkstoff Drospirenon beraten wird.
Aktuelle Studien der FDA zeigen, dass drospirenon-haltige Präparate wie
Yasmin, Yasminelle und Yaz ein deutlich höheres Risiko für die Entstehung
von Blutgerinnseln bergen als andere orale Kontrazeptiva. Die
Selbsthilfegruppe Drospirenon Geschädigter und die Coordination gegen
BAYER-Gefahren fordern zu diesem Anlass einen Verkaufs-Stopp der
Präparate.
Nach Angaben der FDA starben in den USA mindestens 190 Frauen nach der
Einnahme von Yaz. Eine Ende Oktober veröffentlichte Studie zeigt, dass
die Anwenderinnen von Yaz ein um 75 Prozent höheres Thrombose-Risiko
haben als Frauen, die ältere Präparate benutzen; im Auftrag der FDA waren
hierfür die Krankenakten von mehr als 800.000 Amerikanerinnen ausgewertet
worden. Zwei jüngst im British Medical Journal publizierte Studien kamen
gar zu dem Schluss, dass das Risiko einer Thromboembolie unter
Drospirenon gegenüber Präparaten mit dem Hormon Levonorgestrel um den
Faktor 2,3 beziehungsweise 3,3 erhöht ist.
Die Bayer AG machte im vergangenen Geschäftsjahr mit der Produktgruppe
einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro. Yaz/Yasmin gilt damit als
meistverkaufte Antibaby-Pille der Welt. Der Konzern bewirbt die Pillen
mit Versprechen wie "Gewichtsabnahme" und "wirkt gegen Akne". Auf die
erhöhten Risiken wird in der Werbung nicht eingegangen. Allein in den USA
wurden bereits 10.400 Klagen gegen die Bayer AG eingereicht.
In Deutschland kam es zu mindestens 12 Todesfällen, auch hierzulande wird
gegen BAYER geklagt. Betroffene Frauen gründeten im Frühjahr die
Selbsthilfegruppe Drospirenon Geschädigter und forderten in der
Hauptversammlung der BAYER AG einen Verkaufs-Stopp. Die Yasmin-Opfer
hatten zu der Versammlung, an der neben dem Vorstand auch rund 4.000
Aktionäre teilnahmen, einen Antrag zur nicht-Entlastung des Vorstands
eingereicht.
Kathrin Weigele, Mitgründerin der Selbsthilfegruppe: "Wir fordern eine
ehrliche Aufklärung über die Risiken drospirenon-haltiger Pillen sowie
die Offenlegung aller gemeldeten Nebenwirkungen. Wir erwarten, dass sich
Bayer endlich mit den zahlreichen Studien unabhängiger Wissenschaftler
auseinandersetzt, die eine erhöhte Thrombose-Gefahr belegen. Um weitere
Schicksale wie das meine zu verhindern, müssen drospirenon-haltige
Produkte vom Markt genommen werden." Kathrin Weigele hatte nach Einnahme
der Pille Yasmin eine schwere Lungenembolie erlitten.
Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG), die seit Jahren auf die
Gefahren von Yasmin & Co hinweist, fordert ein Verbot aller Antibaby-
Pillen mit erhöhtem Nebenwirkungs-Profil. "Antibaby-Pillen sollen
verhüten. Dies tun ältere Präparate ebenso zuverlässig wie neue. Die
schweren Schädigungen, die durch Yasmin und Yaz verursacht werden, sind
größtenteils vermeidbar. Allein mit einer Änderung auf dem Beipackzettel
ist es jetzt nicht mehr getan", so Philipp Mimkes vom Vorstand des
Vereins.
Auch der im Sommer veröffentlichte Arzneimittelreport der Barmer GEK war
zu dem Ergebnis gekommen, dass neuere Antibabypillen wie Yasmin ein mehr
als doppelt so hohes Risiko bergen wie ältere Mittel. Der
Arzneimittelexperte Prof. Gerd Glaeske forderte die Ärzte auf, "nicht den
Werbeaktionen und dem Marketinggeklingel pharmazeutischer Unternehmer zu
folgen" und stattdessen risikoärmere Präparate zu verschreiben.
Gerne vermitteln wir Kontakt zu Betroffenen
Selbsthilfegruppe Drospirenon Geschädigter (SDG)
Kontakt: info ät risiko-pille.de
Website: www.risiko-pille.de
Coordination gegen BAYER-Gefahren
Kontakt: CBGnetwork ät aol.com, Tel 0211 333 911
Kampagnenseite: www.cbgnetwork.org/3113.html
Informationen zum Treffen der FDA:
· New Birth Control Drugs Tied To Higher Blood Clot Risk: Study
· Bloomberg: Bayer verharmlost Yaz-Risiken
· AP: FDA says Yaz appears to increase blood clot risk
a.. Tagesordnung der FDA-Sitzung am 8. Dezember
Wir sagen Nein!
zu Pillen mit erhöhter Thrombosegefahr