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Auswahl: [Frauen]
Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>7. Mar 2011 21:55

zum Frauentag (Kommentar)


HAMBURGER ABENDBLATT: Inlandspresse, Hamburger Abendblatt zum
Weltfrauentag

Hamburg (ots) - Ein Kommentar von Stephanie Nannen

Sind denn Frauen wirklich so diskriminiert, unterjocht, so schwach
und ungehört an allen anderen 364 Tagen, dass es dieses Termins am
8.März bedarf? Fort mit dem Internationalen Frauentag! Das möchte man
sagen, möchte es laut rufen - und auch so meinen. Leider ist das
unmöglich.

100 Jahre nachdem Clara Zetkin den Frauentag erfand, sind drei Fünftel
der Ärmsten auf der Welt Frauen, sind zwei Drittel der Analphabeten
Frauen, gehen zehn Prozent der Weltlohnsumme an Frauen, werden zwei
Drittel der unbezahlten Arbeit von Frauen geleistet; sie produzieren mehr
als die Hälfte aller Nahrungsmittel und halten gerade ein Prozent des
Vermögens aller Länder.

Menschenhandel, der zumeist Frauenhandel ist, bringt den Profiteuren
jährlich 30 Milliarden Dollar. Frauen werden vergewaltigt, beschnitten,
gesteinigt, eingesperrt - alles ganz offiziell.

Für diese Menschen, die Leid erfahren, weil sie Frauen sind, muss es den
Internationalen Frauentag geben. Für sie müssen wir uns einmischen, die
Globalisierung von Rechten und Werten vorantreiben.

Unsere hauseigenen Probleme jedoch, dass Frauen 23 Prozent weniger Geld
verdienen als Männer, dass sie nicht in Chefetagen, dafür aber unbezahlt
im Haushalt zu finden sind, dass die Wahl zwischen Baby und Beruf immer
noch getroffen werden muss, dass Familienpolitik hier immer gleich
Frauenpolitik meint - diese Mängel müssen wir endlich gemeinsam angehen.
Vernehmbar, klug, nachhaltig. Nicht an einem Frauentag, jeden Tag.

Wer Feministinnen für frigide, nervige Tanten hält und Feminismus für
überlebt, der ist töricht. Die Dinge verändern sich nicht von allein. Ein
moderner, kraftvoller Feminismus kann dabei helfen. Helfen, in unserer
Gesellschaft ein Umdenken zu erreichen. Eine Gesellschaft zu formen, die
von Respekt geprägt ist, von Anerkennung und einer Gleichheit, die
Gleichwertigkeit meint, in der Männer und Frauen sich auf Augenhöhe
begegnen und in der es für beide die Freiheit gibt, zu entscheiden.
Dies braucht Kraft. Und Mut. Und Entschlossenheit. Einen Frauentag
braucht das nicht unbedingt.

Originaltext: HAMBURGER ABENDBLATT
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/54775
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_54775.rss2

Pressekontakt:
HAMBURGER ABENDBLATT
Ressortleiter Meinung
Dr. Christoph Rind
Telefon: +49 40 347 234 57
Fax: +49 40 347 261 10
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