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Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>7. Mar 2011 22:50

Lohnunterschlagung: 68 Prozent aller Niedrigloehner sind Frauen


Lohnunterschlagung: 68 Prozent aller Niedriglöhner sind Frauen

07.03.11

von Reinhold Schramm

Jede dritte Frau mit Vollzeitarbeit muss sich (nicht) mit einem Niedriglohn begnügen. Von den 7,3 Millionen weiblichen Vollzeitarbeitskräften sind 33 Prozent (rund 2,4 Millionen) Geringverdienerinnen. Bei den Männern sind es 13 Prozent.

Ob ganztags oder halbtags: "Über alle Erwerbsformen hinweg arbeiten Frauen eher auf schlechter bezahlten Stellen", heißt es beim Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen. Insgesamt 68 Prozent aller Niedriglöhner sind Frauen.

Als Geringverdiener gelten Menschen, die weniger als zwei Drittel des mittleren Einkommens erhalten, berichtet Eva Roth in der Frankfurter Rundschau. Bei Vollzeitbeschäftigten liegt die Niedriglohnschwelle in Westdeutschland bei einem Bruttomonatslohn von 1870 Euro und in Ostdeutschland nur bei 1367 Euro. Dabei sind Jahresleistungen und Zuschläge mitberücksichtigt.

Warum erhalten Frauen in einem so genannten Normalarbeitsverhältnis ein geringeres Gehalt als Männer? Frauen sind häufig in Branchen mit einer geringeren Tarifbindung tätig. Frauenarbeit wird geringer bewertet als Männerarbeit - auch in Tarifverträgen. Der tarifliche Mindestlohn in der Pflegebranche beträgt in Westdeutschland 8,50 Euro, im Baugewerbe ist die Untergrenze 28 Prozent höher und liegt bei 10,90 Euro. Für die Verkäuferin beträgt die tarifliche Grundvergütung 1680 Euro im Monat und für einen Drucker sind es 2336 Euro.

Frauen bekommen für ihre Arbeit in Deutschland 23 Prozent weniger als Männer, im EU-Durchschnitt sind es immer noch 17,5 Prozent.

Von den 6,7 Millionen in atypischer Arbeit sind 74 Prozent Frauen. Zu dieser Gruppe gehören so genannte "Minijobberinnen", Leiharbeiterinnen, Menschen mit einer kleinen Teilzeitstelle oder einem befristeten Arbeitsvertrag. [1] (Ein eigenwilliger Auszug. Bitte den vollständigen Bericht in der FR lesen.)

Quelle: [1] FR, 06.03.2011. Gehaltsunterschiede: Niedriglöhne sind Frauensache. Von Eva Roth.
www.fr-online.de/wirtschaft/niedrigloehne-sind-frauensache/-/1472780/7764886/-/index.html

Empfehlung: Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen überwinden. Lippenbekenntnisse sind weiterhin Programm in Deutschland.
www.labournet.de/diskussion/arbeitsalltag/lohn/ungleichschramm.pdf


Quelle: scharf-links, 7.3.11
http://www.scharf-links.de/51.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=14991&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=88cbb5ffa7

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