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Auswahl: [Frauen]
Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>7. Mar 2011 23:00

Gedanken zum 100. Weltfrauentag am 8. Maerz


Gedanken zum 100. Weltfrauentag am 8. März

07.03.11

Von Reinhold Schramm

"Bread and Roses". Das ist der Titel eines Protestliedes von
Textilarbeiterinnen in Lawrence/Massachusetts im Jahr 1912. 14000 Frauen
sangen es, während sie streikten. Ein Streik der sich unter anderem gegen
Hungerlöhne und Kinderarbeit richtete. Sie kämpften um das nackte
Überleben. Um das Recht auf Arbeit. Um gerechten Lohn. Um das Recht auf
Selbstverwirklichung. Und doch forderten sie noch viel mehr. "Brot und
Rosen." Nicht nur den Anspruch auf Arbeit und Brot, sondern auch auf das
"Schöne" im Leben. Kulturelle Teilhabe. Freiheit. Toleranz.
Menschenwürde. Die Rose als Metapher.

Es war bereits zwei Jahre zuvor, als Clara Zetkin auf der Zweiten
Internationalen Konferenz der Sozialistischen Frauen in Kopenhagen für
Ihr Idee eines weltweiten Frauentages warb. Seit1889 trat sie öffentlich
für die Rechte der Frauen ein.

Und welche Bedeutung hat der Tag heute? Im Jahr 2011? Er sollte genutzt
werden, um verstärkt und intensiv bereits erstrittene Erfolge als Beweis
der eigenen gesellschaftgestaltenden Kraft der Frauen herauszustreichen.
Aber es gilt auch nach wie vor die lange Liste der Missstände
anzuprangern. Große Aufgaben stehen der Frauenbewegung auch heute noch
bevor, denn Armut trägt weiterhin feminine Züge, jede dritte
vollzeitbeschäftigte Frau arbeitet zu Niedriglöhnen, bei der
Gleichbezahlung der Geschlechter gehört Deutschland weiterhin zu den
Schlusslichtern in Europa, in Vorstandsetagen der Wirtschaft herrscht
eine 97-Prozent-Männerquote und selbst jugendliche Frauen werden
weiterhin in die althergebrachten Strukturen gepresst. Traditionell
weibliche Ausbildungsberufe werden geringer vergütet, Überstunden
seltener entlohnt, selbst bei der Mitsprache bei der Festlegung des
Urlaubszeitpunktes werden sie häufig zur Seite gedrängt. Diese
Reproduktion der ökonomischen Ungleichbehandlung von Frauen muss hundert
Jahre nach Einführung des Kampftages der globalen Frauenbewegung
endgültig politisch beseitigt werden.

Der Kampf geht also weiter. Fordern wir auch heute "Brot und Rosen"!
100 Jahre danach muss die Frau beginnen, sich zu Ende zu befreien.


Quelle: scharf-links, 7.3.11
http://www.scharf-links.de/51.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=14998&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=25aa362b92

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