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"ulli" <u.unger ät nadeshda.org>23. Nov 2011 12:16

Pressemitteilung des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung: Studie zur Lebenssituation von Frauen mit Behinderung zeigt erschreckende Ergebnisse - Behindertenbeauftragter der Bundesregierung fordert Konsequenzen anlässlich des Tags gegen Gewalt an F


Pressemitteilung Nr. 44/2011

23. November 2011
Studie zur Lebenssituation von Frauen mit Behinderung zeigt erschreckende
Ergebnisse - Behindertenbeauftragter der Bundesregierung fordert
Konsequenzen anlässlich des Tags gegen Gewalt an Frauen am 25. November
"Die alarmierenden Ergebnisse der Studie des Bundesfamilienministeriums
belegen, dass Frauen mit Behinderung weitaus häufiger Opfer von Gewalt sind
als nicht behinderte Frauen. Sie müssen außerdem oft in völlig unwürdigen
Verhältnissen leben", betonte der Beauftragte der Bundesregierung für die
Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe anlässlich des internationalen
Tags gegen Gewalt an Frauen am 25. November. Die am Dienstag in Berlin
vorgestellte Studie zur Lebenssituation von Frauen mit Behinderung hat
gezeigt, dass Frauen mit Behinderung mit 58 bis 75 Prozent fast doppelt so
oft körperliche Gewalt erlebten als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt.
Sexuelle Übergriffe seien nach den Studienergebnissen sogar zwei- bis
dreimal häufiger vorgekommen. Die Studie offenbarte ebenfalls erschreckende
Zustände, insbesondere in Einrichtungen. Über eine eigene Wohnung verfügten
laut Studie nur 10 bis 15 % der Bewohnerinnen in Einrichtungen, einem
Fünftel stehe nicht einmal ein eigenes Zimmer zur Verfügung. Die
Bewohnerinnen könnten oft nicht einmal bestimmen, mit wem sie
zusammenwohnen. Ein Fünftel der befragten Frauen gab an, keine
abschließbaren Wasch- und Toilettenräume zu haben. Die Möglichkeit einer
festen Paarbeziehung und einer Familiengründung sei laut Studie in aller
Regel nicht gegeben. Schwangerschaften der Bewohnerinnen würden mehrheitlich
abgebrochen. "Das sind absolut unwürdige und erschreckende Zustände. Hier
sind sowohl die Einrichtungen, die Aufsichtsbehörden wie auch die
Kostenträger gefordert, endlich wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Bei
Gewalt und sexuellen Übergriffen ist es insbesondere wichtig, die Frau
sofort zu schützen und den Täter aus ihrem Umfeld zu entfernen", betonte der
Behindertenbeauftragte. Er begrüßte in diesem Zusammenhang das vom
Bundesfamilienministerium geplante Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" und
das Projekt von "Frauenbeauftragten" des Bundesfamilienministeriums und von
den Vereinen "Weibernetz" und "Mensch zuerst". Im Rahmen des Projektes
unterstützen Frauen mit Behinderungen Mitbewohnerinnen in Heimen oder
Kolleginnen in Werkstätten, die Gewalt erlebt haben oder fürchten. Hubert
Hüppe erneuerte ebenso seine Forderung nach barrierefreien Frauenhäusern,
die in die Lage versetzt werden, auch Frauen mit Assistenzbedarf
aufzunehmen.

Herausgeber
Beauftragter der Bundesregierung
für die Belange behinderter Menschen
E-Mail presse ät behindertenbeauftragter.de
Internet www.behindertenbeauftragter.de
Telefon 030 18 527 2723
Adresse Mauerstraße 53
10117 Berlin




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