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"ulli" <u.unger ät nadeshda.org>23. Sep 2011 16:29

Pressemitteilung des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung: Lüders und Hüppe fordern mehr Barrierefreiheit in Film und Fernsehen: "Wir brauchen mehr Angebote in Gebärdensprache!"


Pressemitteilung Nr. 38/2011

23. September 2011
Lüders und Hüppe fordern mehr Barrierefreiheit in Film und Fernsehen: "Wir
brauchen mehr Angebote in Gebärdensprache!"
Bessere Angebote für schwerhörige und gehörlose Menschen in den
öffentlich-rechtlichen Sendern - das fordern Christine Lüders, die Leiterin
der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, und Hubert Hüppe, der Beauftragte
der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, anlässlich des
"Tages der Gehörlosen" am 25. September.

Alle Menschen haben laut Grundgesetz ein Recht auf Informationsfreiheit,
betonen Lüders und Hüppe am Freitag in Berlin. Doch ohne Untertitel und
Gebärdensprache können gehörlose und schwerhörige Menschen dem
Fernsehprogramm nicht folgen. "Deshalb ist der Ausbau eines barrierefreien
Angebots für Nachrichten und Unterhaltung unerlässlich", so Lüders und
Hüppe.

Derzeit sendet Das Erste ca. 37 Prozent des Angebots mit Untertiteln und
nimmt damit eine Vorreiterrolle ein. Laut Deutschem Gehörlosen-Bund sind im
gesamten Angebot der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten 25 Prozent mit
Untertiteln versehen. Lüders und Hüppe begrüßen daher die Ankündigung der
ARD (vom 14.9.), wonach bis 2013 alle Erstsendungen mit Untertiteln versehen
werden sollen. "Doch das reicht nicht aus, um allen Gehörlosen einen Zugang
zu ermöglichen", so Hüppe und Lüders. Menschen, die von Geburt oder früher
Kindheit an gehörlos sind, brauchen oft zusätzlich zu Untertiteln
Fernsehangebote in Gebärdensprache.

Zwar bieten die Rundfunkanstalten überregionale Nachrichtensendungen wie
"Tagesschau" und "heute" in den Ausweichprogrammen Phoenix und 3sat in
Gebärdensprache an. Doch bei den regionalen Nachrichtenprogrammen sind es
nur wenige Ausnahmen, die gehörlose Menschen über Tagesgeschehnisse aus der
Region informieren. "Die Intendanten müssen dafür sorgen, dass sich das
ändert", fordern Lüders und Hüppe. Mit Lokalnachrichten kämen endlich auch
die regionalen Unterschiede in der Gebärdensprache zum Tragen. Hierbei
handelt es sich um Dialekte, wie sie in der gesprochenen Sprache auch
vorkommen.

"Wenn Menschen für ein Angebot zahlen, sollten sie das auch nutzen können",
sagten Lüders und Hüppe mit Blick auf die neue Rundfunkgebührenordnung,
wonach auch gehörlose und schwerhörige Menschen ab 2013 in die
Zahlungspflicht genommen werden. Vorgesehen ist ein reduzierter Beitrag von
sechs Euro.

Die Antidiskriminierungsstelle war mit Inkrafttreten des AGG im August 2006
errichtet worden. Ziel des Gesetzes ist es, Diskriminierungen wegen
ethnischer Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung,
einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern
oder zu beseitigen. (Nähere Informationen unter
www.antidiskriminierungsstelle.de.)

Seit dem sogenannten "Internationalen Jahr der Behinderten" 1981 gibt es das
Amt des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter
Menschen. Ziel der Bundesregierung bei dessen Einrichtung war es, ihr
besonderes Interesse an einer spürbaren und erfolgreichen Eingliederung von
Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft auszudrücken. Die Aufgaben
des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen
sind seit dem 1. Mai 2002 durch das Gesetz zur Gleichstellung behinderter
Menschen (Behindertengleichstellungsgesetz, BGG) geregelt.

Herausgeber
Beauftragter der Bundesregierung
für die Belange behinderter Menschen
E-Mail presse ät behindertenbeauftragter.de
Internet www.behindertenbeauftragter.de
Telefon 030 18 527 2723
Adresse Mauerstraße 53
10117 Berlin




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