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"ulli" <u.unger ät nadeshda.org>16. Jan 2012 19:11

Pressemitteilung des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung: Behindertenbeauftragter gedenkt behinderter und psychisch erkrankter Opfer der NS-Massenmorde


Pressemitteilung Nr. 01/2012

16. Januar 2012
Behindertenbeauftragter gedenkt behinderter und psychisch erkrankter Opfer
der NS-Massenmorde
Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen,
Hubert Hüppe, richtet am 27.01.2012 um 14:00 Uhr im Foyer der Berliner
Philharmonie eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der Massenmorde der
Nationalsozialisten an behinderten und psychisch erkrankten Menschen aus.
Anschließend wird der Beauftragte um 15:00 Uhr einen Kranz an der
Gedenktafel in der Tiergartenstraße 4 niederlegen.

Zusammen mit geladenen Gästen aus Politik, Kultur, Betroffenenverbänden
sowie Verbänden der Opferangehörigen lässt der Beauftragte am zentralen
Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus vor allem Jugendliche mit
und ohne Behinderung zu Wort kommen. Neben der Projektpräsentation einer
Berliner Schulklasse, die sich intensiv mit den NS-Massenmorden an
behinderten und psychisch erkrankten Menschen auseinandergesetzt hat, findet
auch eine Lesung mit Schauspielern des international bekannten Theaters
RambaZamba statt. Als Vertreterin der Opferangehörigen spricht Sigrid
Falkenstein. Musikalisch wird die Veranstaltung u.a. von Werken des
Schönberg-Schülers Norbert von Hannenheim begleitet, der 1945 in der
NS-,Euthanasie'-Anstalt Meseritz-Obrawalde zu Tode kam.

Seit seinem Amtsantritt in 2010 veranstaltet Hubert Hüppe die
Kranzniederlegung am 27. Januar. "Es ist ein ermutigendes Signal, dass die
in den vergangenen Jahren auf der Gedenkveranstaltung vorgebrachten
Forderungen nach Entschädigung der Opfer und Umgestaltung des bestehenden
Gedenkortes nunmehr aufgegriffen wurden", betonte der Beauftragte mit
Verweis unter anderem auf Beschlüsse des Deutschen Bundestages im letzten
Jahr. Jetzt gehe es darum, an der Umsetzung weiter zu arbeiten, etwa die
Umgestaltung des Gedenkortes und die Aufarbeitung voranzubringen, so Hubert
Hüppe.

Der Ort für die Gedenkveranstaltung ist nicht zufällig gewählt. Teile des
Foyers der heutigen Philharmonie stimmen in den Grundrissen überein mit dem
ehemaligen Stadtpalais ,Tiergartenstraße 4'. Von dort aus planten die
Nationalsozialisten 1940-1941 im Rahmen der sogenannten "T4-Aktion" unter
direktem Befehl der "Kanzlei des Führers" die systematische
Zwangssterilisierung und Tötung von Menschen mit sogenannten "geistigen
Behinderungen" oder psychiatrischen Erkrankungen. Diese wurde nach Protesten
innerhalb der Bevölkerung dezentralisiert. Die Opfer wurden in
,Pflegeanstalten' deportiert und kamen in Gaskammern, bei medizinischen
Experimenten oder durch den Hungertod ums Leben. Mehr als 300.000 Menschen
mit Behinderungen oder psychiatrischen Erkrankungen fielen der
menschenverachtenden Ideologie der Nazis zum Opfer.

Eckdaten der Gedenkveranstaltung:
Datum: 27.01.2012
Ort: Hauptfoyer der Philharmonie Berlin, Herbert-von-Karajan-Straße 1,
Haupteingang
Einlass: 13:30 Uhr
Beginn: 14:00 Uhr
Kranzniederlegung an der Gedenkplatte: ab 15:00 Uhr

Herausgeber
Beauftragter der Bundesregierung
für die Belange behinderter Menschen
E-Mail presse ät behindertenbeauftragter.de
Internet www.behindertenbeauftragter.de
Telefon 030 18 527 2723
Adresse Mauerstraße 53
10117 Berlin




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