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"ulli" <u.unger ät nadeshda.org>7. Jul 2011 15:04

Pressemitteilung des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung: Behindertenbeauftragter der Bundesregierung kritisiert neue Regelung zur Präimplantationsdiagnostik


Pressemitteilung Nr. 32/2011

07. Juli 2011
Behindertenbeauftragter der Bundesregierung kritisiert neue Regelung zur
Präimplantationsdiagnostik
"Die neue PID-Regelung wird zu einer massiven Ausweitung der Selektion
menschlichen Lebens führen. Sie geht davon aus, dass Embryonen aussortiert
werden dürfen, wenn bei mindestens einem Elternteil eine genetische
Disposition vorhanden ist und für deren Nachkommen eine hohe
Wahrscheinlichkeit für eine "schwerwiegende Erbkrankheit" besteht. Wer
glaubt, die neue Regelung werde auf wenige Fälle zu beschränken sein, sollte
sich die Entwicklung bei der Pränataldiagnostik anschauen, die vor 40 Jahren
für extreme Ausnahmefälle eingeführt wurde und heute eine Regeluntersuchung
geworden ist", betonte der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange
behinderter Menschen, Hubert Hüppe, anlässlich des heutigen Beschlusses zur
Präimplantationsdiagnostik im Deutschen Bundestag. Die Regelung sortiere
nach lebensunwertem und lebenswertem menschlichen Leben. Es stehe die
Vermeidbarkeit von menschlichem Leben mit Krankheiten und Behinderungen im
Vordergrund, kritisierte der Behindertenbeauftragte. Er ist sich sicher,
dass schon bald auch der gesellschaftliche Druck auf Paare mit Behinderung
steigen werde, PID zu nutzen. "Spätestens mit der
UN-Behindertenrechtskonvention gehört die mit der Regelung zum Ausdruck
kommende diskriminierende Sichtweise eigentlich nicht mehr zum
gesellschaftlich akzeptablen Bild von Menschen mit Behinderungen",
verdeutlichte Hubert Hüppe. Er hoffe, dass die Unterstützer der neuen
Regelung, die ihre Entscheidung davon abhängig gemacht haben, dass sich PID
auf wenige Fälle beschränken lasse, den Mut haben, ihre Entscheidung zu
korrigieren, wenn sich - wie abzusehen - schon bald das Gegenteil
herausstellen wird, so der Behindertenbeauftragte.

Herausgeber
Beauftragter der Bundesregierung
für die Belange behinderter Menschen
E-Mail presse ät behindertenbeauftragter.de
Internet www.behindertenbeauftragter.de
Telefon 030 18 527 2723
Adresse Mauerstraße 53
10117 Berlin





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