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"ulli" <u.unger ät nadeshda.org>28. Jan 2012 01:56

Pressemitteilung des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung: Behindertenbeauftragter der Bundesregierung fordert mehr Aufklärung und Information über Hintergründe der Massenmorde an behinderten und psychisch erkrankten Menschen


Pressemitteilung Nr. 04/2012

27. Januar 2012
Behindertenbeauftragter der Bundesregierung fordert mehr Aufklärung und
Information über Hintergründe der Massenmorde an behinderten und psychisch
erkrankten Menschen
"Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen waren die ersten
Opfer des verbrecherischen NS-Regimes. Sie wurden systematisch erfasst, zu
Forschungszwecken missbraucht und zwangssterilisiert. In den Gaskammern der
Nazis wurde an ihnen ausprobiert, was später millionenfach wiederholt wurde",
betonte der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter
Menschen, Hubert Hüppe, anlässlich des heutigen Tags des Gedenkens an die
Opfer des Nationalsozialismus. Planung und Organisation der Massenmorde an
behinderten und psychisch erkrankten Menschen gingen von der Zentrale der
sogenannten "Aktion T4" in der Tiergartenstraße 4 in Berlin aus.

Er sei froh, dass der Deutsche Bundestag im letzten Jahr beschlossen hat,
den bestehenden Gedenkort mit einem Denkmal in der Tiergartenstraße 4
aufzuwerten. Es soll nach dem Beschluss eine würdige Gedenk- und
Informationsstätte geschaffen werden, so Hubert Hüppe auf der heute von ihm
ausgerichteten Gedenkveranstaltung in der Tiergartenstraße 4 in Berlin vor
rund 200 Teilnehmern von Opfer- und Betroffenenorganisationen, zahlreichen
Abgeordneten des Deutschen Bundestages und weiteren Gästen. Mit dem
Beschluss sei auch eine zentrale Forderung aufgegriffen worden, die auf den
seit 2010 jährlich stattfindenden Gedenkveranstaltungen des
Behindertenbeauftragten genannt wurde, so Hubert Hüppe. Er begrüßte außerdem
den Beschluss des Deutschen Bundestages im vergangenen Jahr, behinderte und
psychisch erkrankte Opfer von Zwangssterilisation während der NS-Zeit
gegenüber anderen Opfergruppen gleichermaßen zu entschädigen.

"Hier am Ort der Täter in der Tiergartenstraße 4 in Berlin muss ein starkes
Zeichen gegen das Vergessen hunderttausendfachen Mordes an behinderten und
psychisch erkrankten Menschen gesetzt werden. Die geplante Gedenk- und
Informationsstätte muss vor allem junge Menschen über die Nazi-Gräueltaten
aufklären, damit eine menschenverachtende Ideologie, die Menschen nach
lebenswert und lebensunwert selektiert, in Deutschland nie wieder Raum
greift", verdeutlichte der Behindertenbeauftragte.

Herausgeber
Beauftragter der Bundesregierung
für die Belange behinderter Menschen
E-Mail presse ät behindertenbeauftragter.de
Internet www.behindertenbeauftragter.de
Telefon 030 18 527 2723
Adresse Mauerstraße 53
10117 Berlin




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