Pressemitteilung Nr. 36/2011
09. September 2011
Behindertenbeauftragter der Bundesregierung fordert mehr barrierefreie
Angebote in Film und Fernsehen bei Hörfilmpremiere von "The King´s Speech"
Bei der gestrigen Hörfilmpremiere des oscarprämierten Films "The King´s
Speech" im Kleisthaus in Berlin forderte der Beauftragte der Bundesregierung
für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, mehr Barrierefreiheit in
Film und Fernsehen. Barrierefreiheit müsse auch verstärkt bei der
öffentlichen Filmförderung beachtet werden, verdeutlichte der
Behindertenbeauftragte und verwies hierbei auf entsprechende Ankündigungen
der Bundesregierung bei der anstehenden Novellierung des
Filmförderungsgesetzes. "Neben mehr Hörfilmen im Fernsehen und im Kino muss
auch das Angebot an Filmen und Sendungen in leichter Sprache und mit
Untertitelungen ausgebaut werden. Außerdem sind Angebote in Gebärdensprache
immer noch äußerst rar. Wer wirksame Teilhabe im Sinne der
UN-Behindertenrechtskonvention will, kann den derzeitigen Zustand nicht
einfach akzeptieren", so der Behindertenbeauftragte. Er sehe
öffentlich-rechtliche Sendeanstalten besonders in der Pflicht, barrierefreie
Angebote auszubauen. Dies gelte ebenso für Privatsender, bei denen immer
noch der größte Handlungsbedarf bestehe, betonte Hubert Hüppe. Der
Behindertenbeauftragte begrüßte ausdrücklich Ankündigungen des NDR, die
Untertitelungsquote bis Ende 2013 auf über 50 % zu steigern und beim Thema
"Audiodeskription" weiter am Ball zu bleiben. Außerdem habe der Bayerische
Rundfunk bereits Ende der 90-er Jahre die Stelle eines Hörfilmredakteurs
eingerichtet. "Diese Beispiele zeigen, dass mehr Engagement im Bereich
Barrierefreiheit möglich ist, wenn der Wille vorhanden ist. Die
öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sind gefordert, den Weg Richtung
Barrierefreiheit konsequent einzuschlagen", so der Behindertenbeauftragte.
Er erhoffe sich in diesem Zusammenhang ebenso Fortschritte durch den vom
Bundesministerium für Arbeit und Soziales angekündigten ,Runden Tisch zum
barrierefreien Fernsehen', der 2012 zusammen mit Rundfunkanbietern
stattfinden soll.
Die Hörfilmpremiere von "The King´s Speech" fand anlässlich des 10-jährigen
Jubiläums der Deutschen Hörfilm gGmbH statt, deren Geschäftsführerin Martina
Wiemers die Gäste im Kleisthaus begrüßte. Der Behindertenbeauftragte der
Bundesregierung kooperiert seit 2007 mit der Deutschen Hörfilm gGmbH und
bietet hierbei regelmäßig Hörfilme im Kleisthaus in Berlin in der Reihe
"Hörfilm im Kleisthaus" an. Hörfilme sind Filme, die mit "Audiodeskription"
gezeigt werden. Audiodeskription beschreibt in knappen Worten die Bildebene
des Films, etwa Handlungselemente, Gestik und Mimik der Schauspielerinnen
und Schauspieler. Die Ausgangsfilme werden damit für Menschen mit
Sehbehinderungen besser verständlich.
Herausgeber
Beauftragter der Bundesregierung
für die Belange behinderter Menschen
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