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Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>10. Dec 2011 21:55

NRW-Studie: In den letzten zehn Jahren sanken die realen Tarifloehne


WAZ: NRW-Studie: In den letzten zehn Jahren sanken die realen
Tariflöhne

Essen (ots) - Die Tariflöhne in NRW sind in den letzten zehn
Jahren kaum gestiegen. Nach Abzug der Inflationsrate erhöhten sich
die Tarife seit 2000 nur um insgesamt 5,6 Prozent. In 14 der 50
untersuchten Branchen sanken die realen Tariflöhne sogar. Zwischen
1990 und 2000 lag der Anstieg mit real 20,7 Prozent noch viermal
höher. Dies ergibt sich aus der jüngsten Studie des
NRW-Arbeitsministeriums, die den Zeitungen der WAZ-Gruppe
(Samstagausgabe ) vorlagen.

"Die Abwärtsspirale nach unten muss gestoppt werden", sagte NRW-
Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) den WAZ-Zeitungen.
Spitzenreiter beim Anstieg der Reallöhne seit 2000 ist die Metall-
und Elektroindustrie mit einem Plus von 20,8 Prozent. Die höchsten
Reallohnverluste gab es beim Tischlerhandwerk (-12,3%), Fleischern
(-8,9%) und im öffentlichen Dienst mit einem Minus von 8,7 Prozent.
Auch bei Friseuren (-7,1%) und Gebäudereinigern (-6,5%) sanken die
realen Tariflöhne. "Der Zusammenhalt der Gesellschaft ist bedroht,
wenn immer mehr Menschen den Eindruck haben, dass ihre Leistung
nicht angemessen entlohnt wird", klagte Schneider.

Besonders deutlich wird der negative Trend, wenn die Löhne der nicht
tariflich gebundenen Beschäftigten einbezogen werden. Danach sanken
die Bruttomonatsverdienste je Arbeitnehmer - vor Steuern und
Sozialabgaben -von 2000 bis 2010 sogar inflationsbereinigt um
insgesamt 4,9 Prozent - in Deutschland um 4,0 Prozent. Die Ursache:
Nur noch 63 Prozent der Beschäftigten beziehen tariflich vereinbarte
Löhne und Gehälter. "Tariflohnerhöhungen sind nicht automatisch mit
Effektivlohnerhöhungen im gleichen Umfang verbunden", sagte Schneider.

Für bedenklich hält es der Minister, dass "nicht nur im
Niedriglohnbereich immer mehr Menschen von der wirtschaftlichen
Entwicklung abgekoppelt werden, sondern zunehmend auch in der
Mittelschicht". Die Abkopplung der Reallöhne von der seit 2000 um
13,9 Prozent höheren Arbeitsproduktivität zeige, "dass in den letzten
Jahren ein Spielraum für echte Einkommenssteigerungen vorhanden
gewesen wäre".

Originaltext: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/55903
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_55903.rss2

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion ät waz.de
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