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Auswahl: [Palästina]
Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>28. Apr 2011 21:13

Die Chancen ueberwiegen - 5 Kommentare zu Hamas / Fatah


Neue OZ: Kommentar zu Hamas / Fatah

Osnabrück (ots) - Die Chancen überwiegen

In Israel schrillen die Alarmglocken. Mit dem ägyptischen
Präsidenten Mubarak kam ein Stabilitätsfaktor im Süden abhanden.
Nördlich wankt die nicht gerade pflegeleichte, aber berechenbare
politische Spitze in Syrien. Und dazwischen, in Westjordanland und
Gazastreifen, schließen sich die zerstrittenen Palästinenser
zusammen, nachdem sie sich über Jahre selbst gelähmt haben.

Kein Wunder, dass Israel seine Not hat, sich auf die Lage
einzustellen. Umso wichtiger wäre, dass das Land offen und ruhig ans
Werk geht, ist der Wandel in der arabischen Welt doch ebenso
unabwendbar wie unter dem Strich positiv.

Leider geschieht das Gegenteil. Skepsis ist zwar legitim.
Radikalität und Gewaltbereitschaft in Kreisen der Hamas werden per
Unterschrift nicht verschwinden. Und die proklamierte Versöhnung mit
der Fatah muss auch keinesfalls von Dauer sein. Ein blutiger
Anschlag, ein heißer Streit, eine erfolgreiche Intrige könnte die
Gruppen wieder entzweien, so belastet, wie das Verhältnis zu Israel
sowie auch untereinander ist.

Nur ändert das nichts daran, dass der Schulterschluss Chancen
bietet. Er ist Voraussetzung für Verhandlungen auf Augenhöhe. Genau
deshalb förderten die Israelis die Spaltung der
Palästinenserorganisationen. Gemeinsam zu handeln, auch noch mit dem
bemerkenswerten Impuls der neuen Kräfte in Ägypten, wird auf Kosten
Israels und seiner raumgreifenden Politik gehen. Solange dies
friedlich und im Rahmen von Verhandlungen geschieht, ist es dafür
freilich höchste Zeit.

Originaltext: Neue Osnabrücker Zeitung
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Telefon: 0541/310 207

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Ostsee-Zeitung: OSTSEE-ZEITUNG Rostock zu Palästina

Rostock (ots) - Lange sah es nicht danach aus: Doch nun haben die
seismischen Wellen des revolutionären Erdbebens in Nordafrika auch
das heilige Land erfasst. Der unter Vermittlung der neuen ägyptischen
Regierung ausgehandelte Versöhnungspakt zwischen den bislang
verfeindeten Palästinenser-Organisationen Fatah und Hamas könnte in
den israelisch-palästinensischen Dauerkonflikt endlich wieder
Bewegung bringen. Zwar ist Skepsis angesichts der starren Haltung der
Hamas angebracht, vorerst keinem Gewaltverzicht gegenüber Israel
zuzustimmen. Doch den Keim eines möglichen Friedens übereilt zu
zertreten, wäre fahrlässig.

Originaltext: Ostsee-Zeitung
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Ostsee-Zeitung
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WAZ: Einigung mit Skepsis. Kommentar von Gudrun Büscher

Essen (ots) - Ob die Versöhnung von Kairo das Papier wert ist, auf
dem sie steht, bleibt abzuwarten. Bisher haben die verfeindeten
palästinensischen Gruppen, die radikalislamische Hamas und die Fatah,
keine Gelegenheit ausgelassen, die trennenden Gräben zu vertiefen.
Doch der frische Wind der arabischen Revolutionen ist auch an den
Palästinensern nicht vorbeigezogen. Der Druck der palästinensischen
Bevölkerung, die Spaltung zu überwinden und mit einer Stimme zu
sprechen, wuchs mit den Demonstrationen, die auch in Gaza und
Ramallah stattfanden, von Woche zu Woche.

Doch ob freie Wahlen und eine Einheitsregierung zustande kommen,
ist offen. Es gibt viele bewaffnete Gruppen, die mit der Teilung gut
leben. Es ist nicht sicher, ob die Hamas ihre militärischen Einheiten
mäßigen kann oder in der Lage ist, die sehr viel radikaleren
Salafistengruppen unter Kontrolle zu bekommen. Noch bedeutender aber
ist das Existenzrecht Israels, das nur die Fatah, nicht aber die
Hamas anerkennt. Da stehen sich beide Gruppen weiter unversöhnlich
gegenüber. Das Existenzrecht Israels aber ist nicht verhandelbar.

Originaltext: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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Rheinische Post: Problem Hamas

Düsseldorf (ots) - Die Spaltung der Palästinenser gilt seit Jahren
als eines der wichtigsten Hemmnisse auf dem Weg zu einer
Friedenslösung für den Nahen Osten. Jetzt wollen sich die
verfeindeten Brüder - die Hamas-Regierung im Gazastreifen und die im
Westjordanland dominierende Fatah von Palästinenser-Präsident Mahmud
Abbas - zusammengerauft haben. Doch das ist nur auf den ersten Blick
eine gute Nachricht. Denn solange die radikal-islamische Hamas das
Existenzrecht Israels weiter infrage stellt, ist nur schwer
vorstellbar, dass der Judenstaat mit der künftigen Einheitsregierung
zusammenarbeitet. Der palästinensische Schulterschluss droht damit
direkt in die nächste Sackgasse zu führen. Im schlimmsten Fall kapern
die Hamas-Islamisten am Ende auch noch das Westjordanland. Dann
hätten bei den Palästinensern endgültig die Scharfmacher das Sagen.
Daran wäre Israel zwar nicht ganz unschuldig - mit ihrer
unverantwortlichen Siedlungspolitik hat die Netanjahu-Regierung jeden
Fortschritt im Verhältnis zu den Palästinensern sehenden Auges
sabotiert. Trotzdem muss der Westen auch der künftigen
Palästinenserführung klar machen: Mit Leuten, die die Vernichtung
Israels fordern, kann nicht verhandelt werden.

Originaltext: Rheinische Post
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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Hamas und Fatah

Bielefeld (ots) - Der Mossad weiß alles. Aber diesmal dürfte
selbst der israelische Geheimdienst überrascht worden sein. Die tief
verfeindeten Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah wollen ihr
Kriegsbeil begraben. Der Umbruch in den arabischen Ländern könnte den
Schulterschluss beschleunigt haben. Die radikal-islamische Hamas muss
fürchten, mit Syrien eine wichtige Schutzmacht zu verlieren. Und als
die Proteste von Tunis und Kairo auch auf Gaza überschwappten, drohte
den Hamas-Hardlinern der Machtverlust. Um den Traum von einem eigenen
Palästinenserstaat zu verwirklichen, musste jetzt etwas passieren.
Die Versöhnung könnte ein erster Schritt sein. Für einen Jubel ist es
dennoch zu früh. Israel und der Westen reagierten äußerst
zurückhaltend. Noch immer will die Hamas Israel zerstören und beweist
das fast täglich mit Raketenangriffen. Ohne Gewaltverzicht bleibt die
Hamas isoliert. Die Frage aber bleibt, ob die Palästinenser wirklich
zu einer Versöhnung fähig sind. Den dortigen Parteien fällt es
schwer, Wahlniederlagen klaglos hinzunehmen. Aber: Demokratie ist
lernbar.

Originaltext: Westfalen-Blatt
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Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261
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