Oxfam-Bericht zu Haiti ein Jahr nach dem Erdbeben: Stockender Wiederaufbau, mehr Engagement notwendig
Oxfam-Bericht zu Haiti ein Jahr nach dem Erdbeben: Stockender
Wiederaufbau, mehr Engagement notwendig
05.01.11
Berlin, 5. Januar 2011. Ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben vom 12.
Januar 2010 leben in Haiti noch immer knapp eine Million Menschen in
Notunterkünften. Der Wiederaufbau des Landes ist ins Stocken geraten.
Dies belegt die internationale Hilfsorganisation Oxfam in ihrem am 6.
Januar 2011 veröffentlichten Bericht "From Relief to Recovery". Oxfam
fordert in dem Bericht verstärkte Anstrengungen, um den Wiederaufbau des
zerstörten Landes voranzubringen und den Menschen in Haiti eine
Perspektive zu geben.
"2010 war ein Jahr der verpassten Chancen für den Wiederaufbau Haitis",
sagt Roland Van Hauwermeiren, Oxfams Landesdirektor in Haiti. In vielen
Bereichen müsse dringend gehandelt werden, zum Beispiel bei der Schaffung
von Einkommensmöglichkeiten, der Trümmerbeseitigung, der Instandsetzung
von Häusern oder bei der Landzuteilung. " Der neuen haitianischen
Regierung kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Die internationale
Gemeinschaft und die Nichtregierungsorganisationen müssen den von der
haitianischen Regierung koordinierten Wiederaufbau nachhaltig
unterstützen, damit er erfolgreich abläuft", fordert Van Hauwermeiren.
Erst 42 Prozent der Mittel für Wiederaufbau ausgegeben
Bis Ende 2010 wurden nach Angaben der Vereinten Nationen erst 42 Prozent
der für den Wiederaufbau Haitis bereitgestellten Mittel in Höhe von 2,1
Milliarden US-Dollar ausgegeben. Für die Trümmerbeseitigung und
Instandsetzung von Häusern wurde insgesamt zu wenig Geld zur Verfügung
gestellt. "So sind ein Jahr nach der Katastrophe nur fünf Prozent der
Trümmer beseitigt und nur 15 Prozent der benötigten Häuser gebaut worden.
Solange die riesigen Trümmerberge nicht aus dem Weg geräumt sind, kann
nicht in großem Stil mit dem Wohnungsbau begonnen werden", berichtet Van
Hauwermeiren.
Haitis Regierung muss jetzt die Zügel in die Hand nehmen
Trotz der aktuellen politischen Schwierigkeiten muss der Prozess des
Neuaufbaus jetzt begonnen werden und die internationale Gemeinschaft muss
ihn unterstützen. "Viele der Geberländer haben sich bislang zu sehr auf
ihre eigenen Prioritäten konzentriert und nicht ausreichend koordiniert
agiert. Das wiederum hat erheblich die Fähigkeit der haitianischen
Regierung geschwächt, den Wiederaufbau zu planen und zu steuern", so Van
Hauwermeiren.
Quelle: scharf-links, 5.1.11
http://www.scharf-links.de/44.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=13939&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=408cd62e2a
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