news: 13.12.2009 (1)
## Nachricht zur Information/Dokumentation weitergeleitet
*Angriffe auf KurdInnen und ihre Organisationen*
Die Welle von rassistisch und nationalistisch motivierten Angriffen auf
KurdInnen bzw. die am Freitag vom Verfassungsgericht in Ankara
verbotenen Partei DTP reißt nicht ab.
In Mu?la, Mersin, Malatya kam es wieder zu Angriffen auf DTP-Büros bzw.
Kundgebungen. In Istanbul zog ein bewaffneter faschistischer Mob durch
die Straßen und jagte KurdInnen.
MU?LA
Das Kreisbüro der DTP in Mu?la wurde von Unbekannten mit Steinen
angegriffen und die Scheiben zerstört. Dieser Angriff ist eine
Wiederholung von ähnlichen Aktionen gegen die DTP in den letzten Tagen.
MERSIN
Auch in Mersin wurden bei einem DTP-Büro die Scheiben zerstört.
MALATYA
Das DTP-Büro in Malatya wird von türkischen Nationalisten und Polizisten
blockiert. Vorausgegangen war eine Kundgebung von etwa 300 Menschen
gegen das DTP-Verbot. Zur gleichen Zeit versammelten sich dort
Nationalisten und riefen rassistische, antikurdische Parolen. Trotz der
Anwesenheit der Polizei griffen sie die DTPler an. Um zu deeskalieren,
versuchten sich die KundgebungsteilnehmerInnen ins DTP-Büro
zurückzuziehen. Dabei kam es zu einem weiteren Angriff. Das DTP-Büro
wird im Moment von etwa 1000 Nationalisten belagert. Die Polizei zeigt
keine Bemühungen, die Menschenmenge aufzulösen.
ISTANBUL
Nach einer Protestdemonstration gegen die Schließung, der DTP wurde, ein
Jugendlicher von einem Nationalisten angeschossen. Ohne dass ihm die
Kugel, die sich in seinem Bein befindet, entfernt wurde, wurde er
festgenommen. Er befindet sich auf der Terrorabteilung der
Polizeidirektion in Istanbul. Nachdem die Protestaktion der kurdischen
Jugendlichen, bei der auch ein MHP-Büro mit Steinen angegriffen wurde
von der Polizei aufgelöst worden war, zogen Anhänger der faschistischen
MHP mit Knüppeln, Schusswaffen, Messern und Steinen in den Händen und
antikurdischen Parolen durch die Straßen. Aus dieser faschistischen
Demonstration heraus wurde der kurdische Jugendliche angeschossen. Sie
belagern das DTP-Büro, die Polizei griff nicht ein. Im Gegenteil, sie
griff die KurdInnen mit Tränengas an, die sich gegen den Angriff zur
Wehr setzten.
Quellen: DIHA, ANF, YH, YG, 13.12.2009, ISKU
*Gouverneur von Adana: Kurdische Kinder in Heime*
ADANA ? Der Gouverneur von Adana; ?lhan At??, drohte kurdischen
Familien: ?Wenn die Familien keine Verantwortung für ihre Kinder
übernehmen, werden wir diese Kinder wenn nötig nehmen und in Heime
geben.? Er bezog sich dabei auf kurdische Kinder und Jugendliche, die an
Protesten teilnehmen. ?Kinder, die sich wiederholt an
Auseinandersetzungen beteiligen, können wir mit richterlicher
Entscheidung ihren Familien wegnehmen und sie in die Heime sozialer
Dienste geben. Das Gesetz gibt uns diese Möglichkeit.? Der Gouverneur
ist schon öfter durch Drohungen aufgefallen. So kündigte er an,
Familien, deren Kinder sich an Protesten beteiligen, die grüne Karte für
kostenlose Gesundheitsversorgung zu entziehen.
Quelle: ANF, 10.12.2009, ISKU
------------------------------------------------------------------------
ISKU | Informationsstelle Kurdistan e.V.
Büro für Internet- und Öffentlichkeitsarbeit
Stahltwiete 10, 22761 Hamburg
E-Mail: isku

ä

t

nadir.org; Internet:
http://isku.org
Tel: 040/42102845
Bankverbindung: PB Köln, BLZ 370 100 50, Kto.Nr.: 39 68 506