GfbV: Irakisch-Kurdistan: 21. Jahrestag von Halabja
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Göttingen, 16. März 2009
*Irakisch-Kurdistan: 21. Jahrestag von Halabja (16. März)*
*Engagement für medizinische Betreuung Überlebender*
Am heutigen Montag gedenken die Einwohner der Stadt Halabja im
irakischen Bundesstaat Kurdistan der Opfer des Giftgasangriffs Saddam
Husseins, der vor 21 Jahren am 16. März 1988 begann. Mehr als 5000
Kinder, Frauen und Männer verloren sofort ihr Leben, viele tausend
starben an den Folgen des Giftgasbombardements, wurden verletzt und
trugen bleibende gesundheitliche Schäden davon.
Die medizinische Versorgung Überlebender ist bis heute unzureichend. Die
Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) setzt sich dafür ein, dass ihnen
in deutschen Spezialkrankenhäusern geholfen wird. Einige Kommunen haben
dem Bürgermeister von Halabja, Khder Kareem, Unterstützung zugesagt.
Khder Kareem war Ende vergangenen Jahres auf Einladung der GfbV nach
Deutschland gekommen und hatte während der feierlichen Gedenkstunde zum
60. Jahrestag der UN-Konvention über die Verhütung und Bestrafung des
Völkermordes im Berliner Dom gesprochen. Anschließend hatte die GfbV für
ihn Gespräche mit Politikern und Medizinern unter anderem in Berlin,
Hannover, Göttingen und Marburg vereinbart.
Die GfbV unterstützt die Bemühungen der Stadt Halabja, mit einigen
Gemeinden in Deutschland Kooperationen im Bereich der Städteentwicklung
einzugehen. Dies könnte das am 19. Februar in der kurdischen Hauptstadt
Arbil eröffnete deutsche Generalkonsulat erleichtern. Das Büro der GfbV
Irakisch-Kurdistan befindet sich ebenfalls in Arbil.
Der Angriff auf Halabja gilt als das größte Giftgasmassaker an
Zivilisten seit dem Zweiten Weltkrieg und war Teil des 1987 begonnenen
Vernichtungsfeldzuges des Baath-Regimes gegen die Kurden des Nordirak
und die mit ihnen lebenden assyro-chaldäischen, turkmenischen und
yezidischen Volksgruppen. Damals alarmierte die GfbV die
deutschsprachigen Medien und informierte über Giftgasangriffe der
irakischen Luftwaffe auf insgesamt 87 Dörfer im kurdischen Bergland.
Gleichzeitig hatte die GfbV den hessischen Firmen Karl Kolb GmbH und
Pilot Plant vorgeworfen, Mitverantwortung für die begangenen
Kriegsverbrechen zu tragen. Denn sie hatten wesentlichen Anteil am
Aufbau der Giftgasanlagen vor allem im irakischen Samara. Mehr als 40
andere deutsche und europäische Firmen hatten ebenfalls dazu
beigetragen. Unter ihnen war die Rüstungsfirma MBB Messerschmidt
Bölkow-Blohm, mit deren Kampfhubschraubern 1987/88 die Giftgasangriffe
gegen kurdische und christliche Dörfer geflogen worden waren.
Für Rückfragen steht der GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch unter Tel.
0151 153 09 888 zur Verfügung.
>>>>>>>>>>>>> Für Menschenrechte. Weltweit. <<<<<<<<<<<<<<<
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