Bagdad: Betonmauern, Schiesstuerme, Leben im Mangel: Die USA haben den Irak nicht befreit, sondern vergewaltigt und zerbrochen
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Berliner Zeitung, 10.10.09
Sommertage in Bagdad
Betonmauern, Schießtürme, Leben im Mangel: Die USA haben den Irak nicht
befreit, sondern vergewaltigt und zerbrochen
Jürgen Todenhöfer
BAGDAD. Spätsommer 2009, 11 Uhr morgens. Das Thermometer zeigt 48 Grad.
Hinter mir liegt eine 20-Stunden-Taxifahrt voller Hindernisse von Syrien
in den Irak. In der syrischen Hauptstadt hatte ich Gespräche mit
irakischen Flüchtlingen geführt. Mit Muslimen und Christen, Menschen, die
alles verloren haben, Familie, Gesundheit, Hab und Gut. Eine dieser
Geschichten geht mir nicht aus dem Sinn - die der heute 28-jährigen
Schiitin Manal. Sie ist symbolhaft für das Schicksal des irakischen
Volkes.
Im Winter 2004 hatten GIs das Haus Manals gestürmt. Gefesselt, mit einem
schwarzen Sack über dem Kopf wurde sie mit ihrer Mutter ins
Flughafengefängnis Bagdad geflogen. Die Amerikaner warfen beiden vor, sie
seien Terroristen. Als die Vorwürfe in sich zusammenfallen, werden die
Verhörmethoden verschärft. Manal wird nachts mit dröhnender Musik
beschallt und mit eiskaltem Wasser begossen. Betrunkene GIs drohen, man
werde sie vergewaltigen, falls sie nicht gestehe.
Gezielte Demütigung und Qual
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