Im Mittelpunkt der Proteste (Proteste gegen das deutsche Spardiktat)
Newsletter vom 10.06.2011 - Im Mittelpunkt der Proteste
ATHEN/LJUBLJANA/BERLIN (Eigener Bericht) - Das deutsche Spardiktat
stößt in der EU auf wachsenden Widerstand. Nach den Massenprotesten in
Spanien und den jüngsten Demonstrationen in Griechenland, an denen
sich Hunderttausende beteiligten, werden weitere Aktionen angekündigt;
sie richten sich ausdrücklich gegen den sogenannten
Euro-Stabilitätspakt. Neu ist, dass vor allem in Griechenland Berlin
immer stärker zum Ziel der Proteste wird. Hintergrund ist, dass die
griechische Krise auf einem strukturellen Ungleichgewicht in der
Eurozone beruht, das Griechenland quasi zum Absatzmarkt für deutsche
Waren herabstuft. In der Bevölkerung sei die Ansicht sehr verbreitet,
"die Deutschen lebten auf Kosten der Griechen", heißt es bei der
Deutsch-Griechischen Industrie- und Handelskammer in Athen.
Strukturell teilen Portugal und weitere Länder das griechische
Problem. Es bestehe die Gefahr, dass neue offene Sparforderungen aus
Berlin "von Griechenland bis Portugal antideutsche Gefühle" anfachen,
heißt es in deutschen Medien. Erst vor kurzem hatte ein spanischer
Politikberater gewarnt, wenn Berlin mit seinen Diktaten fortfahre,
werde die EU bald einen Ruf wie der IWF genießen: den Ruf, ein
Werkzeug zum Oktroy ökonomischer Zwangsmaßnahmen zu sein.
mehr
http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58085
Wegen der Pfingstfeiertage erscheint der nächste Beitrag auf
german-foreign-policy.com am späten Montag Abend.