Ein privilegierter Partner (Organhandel im Kosovo)
Newsletter vom 11.03.2011 - Ein privilegierter Partner
PRISTINA/BERLIN (Eigener Bericht) - Neue Dokumente bestätigen die
schweren Vorwürfe des Schweizer Europaratsabgeordneten Dick Marty
gegen das Sezessionsregime im Kosovo und seine westlichen
Unterstützer. Wie aus Papieren hervorgeht, die kürzlich publiziert
worden sind, war die von Berlin stets maßgeblich mitgetragene
UN-Protektoratsverwaltung in PriÅ¡tina (UNMIK) schon 2003 über den
mutmaßlichen Organhandel der kosovarischen UÇK-Miliz informiert, ohne
dass es zu entschiedenen Maßnahmen gegen die Verantwortlichen kam. Wie
einstige UNMIK-Mitarbeiter bestätigen, gilt das auch für die Amtszeit
des deutschen UNMIK-Chefs Michael Steiner, der heute als
Sonderbeauftragter der Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan
tätig ist. UÇK-Anführer war zur fraglichen Zeit der heutige
kosovarische "Ministerpräsident" Hashim Thaçi, der schon seit Jahren
beschuldigt wird, zur Führungsebene der Organisierten Kriminalität im
Kosovo zu gehören. Inzwischen kommen zu den altbekannten, aber bis
heute folgenlosen Vorwürfen weitere hinzu, die sich unter anderem
gegen den im Februar neu gewählten "Staatspräsidenten" des Kosovo
richten. Berlin zieht keinerlei Konsequenzen. Deutschland, schreibt
das Auswärtige Amt vielmehr, "gilt als einer der privilegierten
Partner Kosovos".
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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58025