BND: Kosovo fest im Griff der organisierten Kriminalitaet
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BND: Kosovo fest im Griff der organisierten Kriminalität
Zentrum für Drogenhandel, Waffenschmuggel und Zwangsprostitution
BND-Berichten zufolge sowie entsprechend einer Studie, die im Auftrag des
Verteidigungsministeriums erstellt worden war, befindet sich der Kosovo
fest im Griff der organisierten Kriminalitaet. In der Studie heisst es,
dass Kosovo einen " 'key point for many criminals in south-eastern europe
' repraesentiert und sich durch eine besonders breite Palette an aktiven
und gewaltintensiven Kriminalitaetsfeldern auszeichnet." Hingewiesen wird
dabei besonders auch auf die zentrale Rolle, die fuehrende Politiker, wie
Hasim Thaci, der sich als Ministerpraesident waehlen ließ, bei der
Koordinierung der kriminellen Netzwerke spielen.
Der Premierminister
"In einer 67 Seiten starken Analyse des BND ueber die organisierte
Kriminalitaet (OK) im Kosovo, die vom 22. Februar 2005 datiert, steht
woertlich zu lesen: «Ueber die Key-Player (wie z. B. Haliti, Thaci,
Haradinaj) bestehen engste Verflechtungen zwischen Politik, Wirtschaft
und international operierenden OK-Strukturen im Kosovo. Die dahinter
stehenden kriminellen Netzwerke foerdern dort die politische
Instabilitaet. Sie haben kein Interesse am Aufbau einer funktionierenden
staatlichen Ordnung, durch die ihre florierenden Geschaefte
beeintraechtigt werden koennen.» Deshalb, schreibt der deutsche
Bundesnachrichtendienst, strebten «massgebliche Akteure der OK auf dem
Balkan entweder in hohe Regierungs- oder Parteiaemter und/oder pflegen
gute Beziehungen zu diesen Kreisen». Die organisierte Kriminalitaet
verschaffe sich so «ein geeignetes politisches Umfeld», heisst es in der
Analyse des Bundesnachrichtendienstes, gestempelt als «Verschlusssache -
amtlich geheim gehalten».
Eine dieser Schluesselfiguren im Kosovo, in der Schweiz bestens bekannt,
ist Hashim Thaci, Spitzname «Schlange», der Vorsitzende der
Demokratischen Partei des Kosovo. Glaubt man dem BND, kontrolliert er
heute einen gewichtigen Teil der kriminellen Aktivitaeten im Kosovo. Und:
«Thaci gilt neben Haliti [...] als Auftraggeber des Profikillers Afrimi»,
auf dessen Konto mindestens elf Auftragsmorde gehen sollen.
Thaci war 1992 einer der Gruender der UCK und spaeter ihr politischer
Fuehrer. Auf einen Schlag beruehmt wurde er 1999, als er bei den
serbisch-albanischen Friedensverhandlungen von Rambouillet als
Delegationsleiter der kosovo-albanischen Seite auftrat - und damit als
Politiker von der internationalen Gemeinschaft anerkannt wurde.
Thaci habe zu dieser Zeit einen «Sicherheitsdienst» kontrolliert, «ein im
gesamten Kosovo aktives kriminelles Netzwerk», schreibt der deutsche
Bundesnachrichtendienst: «Mit Stand 2001 sollen direkte Kontakte zur
tschechischen und albanischen Mafia bestanden haben.» Und im Oktober 2003
soll Thaci, so der BND, «im Zusammenhang mit umfangreichen Drogen- und
Waffenhandelsgeschaeften in engem Kontakt» zu einem Clan gestanden haben,
dem auch Geldwaesche und Erpressung vorgeworfen werden.
(...)
Der Praesidentschaftskandidat
Ein zweiter «Key-Player», Ramush Haradinaj, 37, ist wohl einer der
umstrittensten Politiker im Kosovo. Im BND-Bericht steht: «Die im Raum
Decani auf Familienclan basierende Struktur um Ramush Haradinaj befasst
sich mit dem gesamten Spektrum krimineller, politischer und
militaerischer Aktivitaeten, die die Sicherheitsverhaeltnisse im gesamten
Kosovo erheblich beeinflussen. Die Gruppe zaehlt ca. 100 Mitglieder und
betaetigt sich im Drogen- und Waffenschmuggel und im illegalen Handel mit
zollpflichtigen Waren. Ausserdem kontrolliert sie kommunale
Regierungsorgane.» Die Kfor bezeichnet diese Gruppe in einem
Geheimbericht vom 10. Maerz 2004 als «the most powerful criminal
organization» der Region und schreibt, Haradinaj habe auch die Verteilung
humanitaerer Hilfsgueter kontrolliert und als Machtinstrument
missbraucht.
Seine Karriere konnte er dank tatkraeftiger Mithilfe der internationalen
Staatengemeinschaft, insbesondere der USA, machen. Ramush Haradinaj, der
fliessend Englisch und Franzoesisch spricht, kam im Jahr 1989 als
Gastarbeiter in die Schweiz und war Rausschmeisser einer Disco im Skiort
Leysin. Im Februar 1998 kehrte er in das Kosovo zurueck und organisierte
militaerische Operationen der UCK. Nach Kriegsende fiel er wegen
bewaffneter Auseinandersetzungen mit anderen Clans auf, die von den Uno-
Behoerden vorerst als «Racheaktionen» und als «Begleichung alter
Rechnungen» gedeutet wurden. Tatsaechlich duerfte es sich um Machtkaempfe
unter Mafiafamilien gehandelt haben, wie auch folgendes Beispiel zeigt.
Einen aufschlussreichen Fall mit diplomatischen Verwicklungen beschreibt
die Central Intelligence Unit (CIU), der Nachrichtendienst der Uno, in
einem vertraulichen Bericht vom 29. Dezember 2003. Demnach ueberfiel
Haradinaj mit bewaffneten Maennern am 7. Juli 2000 das Haus eines
rivalisierenden Clans, der ihn offenbar im Drogengeschaeft
konkurrenzierte. Laut CIU habe er der Familie 60 Kilogramm Kokain stehlen
wollen, die sie angeblich im Haus versteckt hielt. Bei einer Schiesserei
wurde er verwundet und musste fliehen.
Bevor Haradinaj von Uno-Polizisten verhoert werden konnte, sei er in
einer Blitzaktion, initiiert durch zwei mutmassliche CIA-Agenten, in
einen italienischen Militaerhubschrauber gesetzt und zu einer Armeebasis
der USA geflogen worden, steht im Bericht des Uno-Nachrichtendienstes.
Und die Uno-Beamten erhielten aus ihrem Hauptquartier in Pristina den
Befehl, «auf Massnahmen gegen Ramush Haradinaj zu verzichten».
Der Grund fuer diese irritierende Zurueckhaltung: Es wurde befuerchtet,
die Verhaftung oder nur schon die Beschuldigung eines Helden des
Befreiungskampfes koennte die angespannte Situation im Kosovo zur
Explosion bringen. Haradinaj wurde in den USA nach diesem Zwischenfall
aus dem Schussfeld gebracht: «Waehrend seines Aufenthaltes in den USA
erhielt er Training, und die amerikanischen Dienste garantierten ihm
Unterstuetzung fuer seine politische Karriere. Sollte das Kosovo
unabhaengig werden, waere er der favorisierte Praesidentschaftskandidat»,
steht im CIU-Bericht.
" (zitiert nach der Schweizer Weltwoche
http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=12373&CategoryID=73 ).
Als Hauptbetaetigungsfeld und lunkrative Einnahmequelle dienen den BND-
Berichten zufolge, Drogenhandel, Menschen- und Frauenhandel,
Waffenschmuggel und Geldwaesche.
Frauenhandel
Erwaehnt wird insbesondere auch die "grassierende Zwangsprostitution im
Kosovo die nicht nur ein lukratives Geschaeftsfeld albanischer Banden
bildet, sondern auch aufgrund der hohen "Nachfrage" seitens der
anwesenden internationalen (zivilen und militaerischen) Hilfskraefte
(...) ignoriert wurde.
Nach einer Analyse von Amnesty hat sich Kosovo zu einem "Zentrum des
internationalen Frauenhandels" entwickelt und bildet einen relevanten
Umschlagplatz fuer junge und minderjaehrige Prostituierte in Europa.
Vorgefunden wurden hier bereits mehrere geheime Internierungslager, "in
welchen die zumeist aus Moldawien, der Ukraine, Bulgarien, Rumaenien oder
Albanien stammenden Frauen und Maedchen systematisch gefuegig gemacht
sowie auf ihren 'Einsatz ' in EU-Staaten vorbereitet wurden."
Weitere Ausfuehrungen zum Komplex finden sich bei AG Friedensforschung
der Uni Kassel unter
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Serbien/kosovo37.html
Link zur Studie:
http://balkanforum.org/IEP-BND/iep0001.PDF
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