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Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>2. Jun 2010 20:27

Indien: Polizeigewalt gegen indigene Demonstranten


SURVIVAL INTERNATIONAL PRESSEMITTEILUNG

2. Juni 2010


Indien: Polizeigewalt gegen indigene Demonstranten_


[1]Survival International, die Organisation für die Rechte indigener Völker,
fordert eiligst eine Untersuchung der zunehmenden Gewalt gegen indigene
Gruppen im Bundestaat Odisha in Indien.
Links:
1. http://www.survivalinternational.de

Die Polizei hat in Menschenmengen geschossen, die unter anderem gegen das
Unternehmen TATA demonstrierten. Jaguar, Land Rover, Corus und Tetley
gehören TATA an. Survival ist besorgt, dass Proteste gegen das Unternehmen
[2]Vedanta Resources im gleichen Bundesstaat ebenfalls gewaltsam enden
könnten.
Links:
2. http://www.survivalinternational.de/about/vedanta

Letzten Monat eröffnete die Polizei das Feuer auf indigene Gruppen, die
gegen ein geplantes Stahlwerk von [3]TATA auf ihrem Land demonstrierten. Ein
Mann kam dabei ums Leben, weitere wurden verletzt. Der Vorfall ereignete
sich in der Kalinganagar Region im indischen Bundesstaat Odisha (ehemals
Orissa).
Links:
3. http://www.tata.com

Laxman Jamuda, ein Mitglied des Munda Volkes, starb. Mindestens neun weitere
Personen wurden verletzt, als die Polizei und private Milizsoldaten in die
Menge der Demonstranten schossen. Der Protest richtete sich gegen das
Stahlwerk und den damit einhergehenden Straßenbau.

Chandramohan, der Neffe des verstorbenen Laxman Jamuda, sagte: "Die Polizei
griff an, vertrieb uns aus unserem Dorf und schlug uns alle zusammen - alte
Frauen, Kinder und kleine Mädchen. Mein Onkel trug mein Kind auf dem Arm,
als man ihm in den Rücken schoss. Selbst meine kleine Tochter wurde von
einen Splitter in die Wange getroffen."

Odishas Behörde unterstützt aktiv Unternehmen wie TATA, Vedanta und [4]POSCO
bei Projekten, die kein Einverständnis von den Bevölkerungsgruppen bekommen
konnten, auf deren Land sie verwirklicht werden sollen.
Links:
4. http://www.posco.com/homepage/docs/eng2/jsp/s91a0010001i.jsp

Jema Hanaka, eine der Frauen, die von Polizisten geschlagen wurden,
berichtete: "Ein kräftiger Polizist begann zu schreien "Reißt alle Häuser
nieder"... Wir sagten ihm, alles was wir haben, ist hier: unser Zuhause, die
Feuerstelle, die Farm, der Garten, die Familie, alles. Der Polizist
verspottet uns und sagte, wir wären arme Bettler und er würde unsere Häuser
um jeden Preis zerstören ... Dann griff die Polizei uns von allen Seiten her
an und schlug uns brutal zusammen."

Die indigene Bevölkerung der Kalinganagar Region ist vehement gegen das TATA
Projekt und protestiert seit Jahren dagegen. 2006 wurden mindestens 12
Indigene getötet, als die Polizei auf Demonstranten schoss. Im März diesen
Jahres gab es 20 Verletzte, als die Polizei und andere das Feuer auf ein
Dorf der indigenen Baligotha eröffneten. Zeugen sagten aus, dass die Häuser
zerstört wurden und Kerosin in Trinkwasserbrunnen geschüttet wurde.

Die Industrialisierung des Bundesstaates führte zu weiteren Unruhen und
polizeilichen Razzien. In der Provinz Jagatsingpur kämpfen Bauern seit 5
Jahren gegen ein POSCO Stahlprojekt. In diesem Monat durchbrach die Polizei
die bisher friedlich verlaufenden Demonstrationen mit Tränengas und
Schlagstöcken.

Die [5]Dongria Kondh von den Niyamgiri Bergen in Odisha protestieren auch
gegen eine auf ihrem Land [6]geplante Mine von Vedanta Resources. Die
Regierung von Odisha unterstützt Vedanta, obwohl sich die Dongria Kondh
ausdrücklich gegen die Mine ausgesprochen haben. Die Polizei hat wiederholt
lokale Demonstranten verhaftet, die gegen Vedantas Tagebau und die
dazugehörige Raffenerie protestierten. Mitarbeiter von Survival haben
Berichte über Schläger erhalten, die diejenigen einschüchtern, die sich
gegen das Unternehmen aussprechen. Survivals Mitarbeiter wurden selbst
[7]von Schlägern verfolgt und beschimpft, als sie die Region vor 6 Monaten
besuchten.
Links:
5. http://www.survivalinternational.de/indigene/dongria
6. http://www.survivalinternational.de/indigene/dongria/sacredmountain#main
7. http://www.survivalinternational.de/nachrichten/5730

Survival befürchtet eine Verschlechterung der Situation hin zu einem offenen
Gewaltausbruch, wenn Vedanta seine Pläne nicht sofort ruhen lässt.

Der Direktor von Survival, Stephen Corry, sagte: "Die Gewalt muss aufhören.
Große wirtschaftliche Projekte indigenen Völkern gegen deren Willen
aufzuzwingen ist ganz einfach Unrecht und kann nur in einer Katastrophe
enden."

Lesen Sie diese Meldung online:
http://www.survivalinternational.de/nachrichten/6033
_________________________________________________________________

_Für mehr Informationen und Bildmaterial, oder für die Verwendung des
angehängten Bildes, kontaktieren Sie bitte: _
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_Tel.: _(+49) (0)30 72 29 31 08
_E-Mail: _[9]presse ät survivalinternational.de
Links:
9. mailto:presse ät survivalinternational.de

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_E-Mail: _[10]presse ät survivalinternational.de
Links:
10. mailto:presse ät survivalinternational.de

Survival International ist eine weltweit aktive
Nicht-Regierungsorganisation, die sich für die Rechte von indigenen Völkern
einsetzt.
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