CL Startseite
Termine
Über uns
Das /CL-Netz
KuNM e.V.
Uns unterstützen
Impressum
Teilnehmen
Anmelden
Schreiben
Angenehmer lesen
RSS
Kontakt
/CL bei G+
Links
/CL-Netz Online-Medien Radio Fernsehen Zeitungen & Zeitschriften Wissen Mehr Links
Auswahl: [Afrika]
Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>27. Jan 2011 22:08

Buschleute siegen vor Gericht im Streit um Wasser


SURVIVAL INTERNATIONAL PRESSEMITTEILUNG

27. Januar 2011

_Buschleute siegen vor Gericht im Streit um Wasser_

_Botswanas Regierung wird für "erniedrigende Behandlung" schuldig befunden
Fall als "rschütternde Geschichte menschlichen Leids und Verzweiflung"
beschrieben _

In einer wichtigen Entscheidung hat Botswanas Berufungsgericht heute ein
Urteil aufgehoben, welches den [2]Gana und Gwi "Buschleuten" den Zugang zu
Wasser auf ihrem angestammten Land versagt hatte.
Links:
1. http://www.survivalinternational.de/nachrichten/6928
2. http://www.survivalinternational.de/indigene/buschleute

Die Gana und Gwi waren mit Unterstützung von [3]Survival International gegen
das [4]Urteil des Obersten Gerichts von 2010 in Berufung gegangen, das ihnen
den Zugang zu einen Brunnen untersagte, von welchem sie seit Jahrzehnten
Trinkwasser bezogen hatten. Das Gremium aus fünf Richtern befand, dass:
Links:
3. http://www.survivalinternational.de
4. http://www.survivalinternational.de/nachrichten/6258

- die Buschleute das Recht haben ihren alten Brunnen zu nutzen;
- die Buschleute das Recht haben einen neuen Brunnen zu bauen;
- die bisherige Behandlung der Buschleute durch die Regierung
"erniedrigender Behandlung" gleichkommt; und
- die Regierung die Prozesskosten für das Berufungsverfahren tragen muss.

"Wir sind sehr glücklich, dass unsere Rechte endlich anerkannt wurden. Wir
haben sehr lange darauf gewartet. Wie alle Menschen brauchen wir Wasser um
zu leben. Wir brauchen auch unser Land. Wir beten, dass uns die Regierung
nun mit dem Respekt behandelt, den wir verdienen," sagte ein Sprecher der
Buschleute erfreut nach der Urteilsverkündung.

2002 wurden die Gana und Gwi von der Regierung gewaltsam von ihrem
angestammten Land im Central Kalahari Game Reserve vertrieben. Damals
brachten die Indigenen die Regierung vor Gericht. Nach einem vierjährigen
Prozess [5]entschied der Oberste Gerichtshof in einer Grundsatzentscheidung,
dass die Vertreibung illegal und verfassungswidrig gewesen war. Den
Buschleuten wurde das Recht zugesprochen, auf ihrem angestammten Land zu
leben.
Links:
5. http://www.survivalinternational.de/indigene/buschleute/prozess#main

Dennoch hindert die Regierung die Gana und Gwi seither daran auf ihr Land
zurückzukehren, indem sie ihnen den [6]Zugang zu dem Brunnen untersagt, der
im Zuge der Vertreibungen versiegelt wurde. Trotz der Wasserknappheit sind
inzwischen viele Buschleute in das Reservat zurückgekehrt. Sie überleben mit
Hilfe von Regenwasser und wilden Melonen und müssen beschwerliche Reisen zu
Fuß oder auf Eseln auf sich nehmen, um Wasser von außerhalb des Reservats zu
beschaffen.
Links:
6. http://www.survivalinternational.de/indigene/buschleute/water#main

2010 brachten die Gana und Gwi die Regierung erneut vor Gericht, um Zugang
zu dem Brunnen zu erhalten. Richter Walia, der die Anhörung leitete,
entschied mit dem Argument für die Regierung, dass die Buschleute "für jede
Unannehmlichkeit die sie ertragen müssen selbst verantwortlich sind." Diese
Entscheidung wurde nun vom Berufungsgericht überstimmt, welches zu dem
Schluss kam, dass die Verweigerung den Brunnen nutzen zu dürfen
verfassungswidriger "erniedrigender Behandlung" gleichkommt.

Der Umgang der Regierung mit den Buschleuten ist vielfach verurteilt worden.
Die Afrikanische Menschenrechtskommission ACHPR hat die Regierung dafür
kritisiert, dass sie den Buschleuten "das Recht auf Leben" untersagt. Der
[7]UN-Sonderberichterstatter für indigene Völker hat die Bedingungen, unter
denen die Buschleute aufgrund des Wassermangels leben, als "hart und
lebensbedrohlich" beschrieben.
Links:
7. http://www.survivalinternational.de/nachrichten/5767

Die Regierung ließ ungeachtet des Elends der Buschleute [8]neue Brunnen
ausschließlichen für Wildtiere bohren. Zudem erteilte es dem
[9]Reiseanbieter Wilderness Safaris die Genehmigung, auf dem Land der
indigenen Bevölkerung eine Luxus Lodge mit Pool zu eröffnen. [10]30.000
Menschen haben inzwischen eine Petition unterzeichnet, die Wilderness
Safaris auffordert seine Lodge vom Land der Buschleute zu entfernen.
Links:
8. http://www.survivalinternational.de/nachrichten/5748
9. http://www.survivalinternational.de/ueber/wilderness-safaris
10. http://www.survivalinternational.de/wilderness

Die Regierung hat darüber hinaus dem Unternehmen Gem Diamonds eine Lizenz
für den Bau einer [11]Diamantenmine im Wert von US$3 Milliarden in der Näher
einer der Buschleute Gemeinden erteilt und untersagt den Indigenen weiterhin
das Jagen, das für die Gana und Gwi eine wichtige Nahrungsquelle darstellt.
Links:
11. http://www.survivalinternational.de/nachrichten/6860

Survivals Direktor Stephen Corry sagte heute: "Dies ist ein großer Erfolg
für die Buschleute und für Botswana als Ganzes. Wir hoffen, dass die
Behörden dies ebenso positiv sehen und nicht als weiteres Hindernis in ihrem
Bestreben, die Buschleute von ihrem Land zu vertreiben um [12]Diamantenabbau
zu betreiben. Ein Kommentar von Präsident Khama könnte nun ein deutliches
Signal geben, ob die Regierung ihre Position angesichts des Urteils ändert.
Dies ist schließlich ein Sieg für die Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit
in ganz Botswana."
Links:
12. http://www.survivalinternational.de/indigene/buschleute/diamanten#main

Lesen Sie diese Meldung online:
http://www.survivalinternational.de/nachrichten/6928
_________________________________________________________________

_Für mehr Informationen und Bildmaterial, oder für die Verwendung des
angehängten Bildes, kontaktieren Sie bitte: _
Linda Poppe
_Tel.: _(+49) (0)30 72 29 31 08
_E-Mail: _[14]presse ät survivalinternational.de
Links:
14. mailto:presse ät survivalinternational.de

Survival Deutschland
Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Str. 4
10405 Berlin
oder Alice Bayer (in London):
_Tel.: _(+44) (0) 20 7687 8710
_E-Mail: _[15]presseät survivalinternational.de
Links:
15. mailto:presse ät survivalinternational.de

Survival International ist eine weltweit aktive
Nicht-Regierungsorganisation, die sich für die Rechte von indigenen Völkern
einsetzt.
Kommentare
Bisher keine Antworten oder Kommentare.
Auswahl: [Afrika]