Beschwiegene Massaker (UN-Bericht ueber Gewalttaten im Ostkongo)
Newsletter vom 31.08.2010 - Beschwiegene Massaker
KIGALI/BERLIN (Eigener Bericht) - Ein neues UNO-Dokument enthält
schwere Vorwürfe gegen einen der engsten Verbündeten Deutschlands in
Afrika. Die Armee Ruandas habe bei ihrem Überfall auf die
Demokratische Republik Kongo im Jahr 1996 brutalste Verbrechen
begangen, die möglicherweise als Genozid charakterisiert werden
müssten, heißt es laut Berichten in dem Papier. Es soll im September
veröffentlicht werden und untersucht Massaker im Osten des Kongo aus
der Zeit von 1993 bis 2003, insbesondere in den Jahren ab 1996, in
denen die ruandische Regierung de facto den Ostkongo kontrollierte. In
dieser Zeit stockte die Bundesrepublik ihre Hilfsleistungen für Ruanda
erheblich auf, bis das Land einer der größten Empfänger von
"Entwicklungshilfe" pro Kopf der Bevölkerung wurde. Deutschen
Politikern wird schon seit Jahren vorgeworfen, die nun von der UNO
dokumentierten Massaker ruandischer Soldaten zugunsten einer
gedeihlicheren Partnerschaft mit Kigali beschwiegen zu haben. Die
Berliner Ruanda-Politik stößt seit einiger Zeit auch deshalb auf
Protest, weil das Regime des deutschen Schützlings Kagame weithin als
diktatorisch kritisiert wird.
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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57883