Anti-Strohdach-Kampagne: Ruanda bekennt Einsatz von Zwang
SURVIVAL INTERNATIONAL PRESSEMITTEILUNG
25. Mai 2011
_Anti-Strohdach-Kampagne: Ruanda bekennt Einsatz von Zwang _
[2]"Manchmal setzen wir ein wenig Zwang ein," gab jetzt ein Verantwortlicher
für Ruandas Regierungsprogramm gegen Strohdächer zu. Bei der heftig
kritisierten Maßnahme sollen bis Ende dieses Monats alle Strohdächer im Land
abgeschafft werden.
Links:
1.
http://www.survivalinternational.de/nachrichten/7311
2.
http://www.independent.co.ug/News/regional-news/4088-operation-bye-bye-hu
ts
Das Geständnis folgte einem Aufruf zum Onlineprotest von [3]Survival
International, an dem sich hunderte Twitter-Nutzer beteiligten. Zusammen mit
Survival verurteilten sie die [4]Zerstörung von Häusern der Batwa-Pygmäen,
durch die viele der Indigenen obdachlos geworden sind.
Links:
3.
http://www.survivalinternational.de
4.
http://www.survivalinternational.de/nachrichten/7155
Ruandas [5]Regierung gab daraufhin via Twitter bekannt, dass das Ziel des
Programms gegen Strohdächer "anständige Unterkünfte für alle ist, keiner
wird obdachlos zurückgelassen."
Links:
5.
http://twitter.com/#!/RwandaGov/status/59985862506708992
Augustin Kampayana, der das Programm gegen Strohdächer leitet, sagte
gegenüber Journalisten: "Jeder der heute noch in einem Nyakatsi [mit Stroh
gedeckten Haus] wohnt, muss der generellen Überzeugung sein, dass es besser
ist in Häusern mit Grasdächern zu leben. Einige von ihnen wollen sich
einfach nicht ändern. Aber wir können nicht zulassen, dass diese Menschen
alle anderen aufhalten."
Ein Angehöriger der [7]Batwa, dessen Haus zerstört wurde und der nun
zusammengepfercht mit zehn weiteren Familien lebt, sagte vergangene Woche:
"Es ist ein katastrophales Leben. Es ähnelt dem eines Flüchtlings."
Links:
6.
http://www.survivalinternational.de/nachrichten/7311
7.
http://www.survivalinternational.de/indigene/pygmaen
Der UN-Ausschuss gegen Rassendiskriminierung forderte die Regierung letzten
Monat auf, "den Zugang der Batwa zu angemessen Unterkünften zu unterstützen,
insbesondere indem Zwangsvertreibungen, ohne das Angebot einer alternativen
Unterkunft, vermieden werden."
Obwohl einige Batwa-Familien inzwischen neue Häuser bezogen haben, warten
immer noch viele ohne Dach über dem Kopf auf Unterstützung, sagt COPORWA,
Ruandas Batwa-Organisation. Die Batwa in Ruanda sehen sich im Alltag immer
noch Diskriminierung und Rassismus gegenüber. Die meisten leben unter
ärmlichen Verhältnissen als Lohnarbeiter oder Töpfer. Viele wurden aus ihrer
Heimat in den Wäldern vertrieben, um Platz für [8]menschenleere
Nationalparks zu schaffen. ...
Links:
8.
http://www.survivalinternational.de/about/parks-and-peoples
Lesen Sie diese Meldung online:
http://www.survivalinternational.de/nachrichten/7311
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