Antibiotika: BAYER profitiert von Massentierhaltung! Aufruf zur Demo am Samstag in Berlin
Presse Info vom 19. Januar 2012
Coordination gegen BAYER-Gefahren
Baytril: BAYER profitiert von Massentierhaltung
60% aller Antibiotika landen im Tierstall / immer mehr resistente Keime /
Demonstration am Samstag in Berlin
Mehr als die Hälfte der weltweiten Antibiotika-Produktion landet im
Viehstall. In der Folge entstehen massenhaft resistente Keime, die nach
der Schlachtung im Schweine-, Rinder- oder Hähnchenfleisch nachweisbar
sind. Eine mitunter tödliche Gefahr.
Zu den großen Profiteuren der Massentierhaltung gehört der Leverkusener
BAYER-Konzern. Allein mit dem Tierantibiotikum Baytril machte BAYER im
Jahr 2010 einen Umsatz von 166 Mio Euro, elf Prozent mehr als im Vorjahr.
BAYER ist weltweit das viertgrößte Unternehmen im Bereich
Veterinärmedizin.
Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren: äOhne die
Produkte von BAYER & Co. wäre die Haltung Tausender Tiere auf engstem
Raum gar nicht möglich. BAYER profitiert von den katastrophalen Zuständen
in der Massentierhaltung, bei der ständig neue Krankheiten auftreten, und
ist daher für die Entstehung antibiotika-resistenter Keime
mitverantwortlich."
In vielen Zuchtbetrieben gehören Baytril-Spritzen zum Alltag. Das
Präparat wird seit 1995 in großem Umfang zur Behandlung von
Infektionskrankheiten von Hühnern, Kälbern, Rindern, Puten und Schweinen
eingesetzt. Der Wirkstoff von Baytril (Enrofloxacin) gehört zu den
Fluochinolonen - wie auch die von BAYER vertriebenen Humanantibiotika
CIPROBAY (Ciprofloxacin) und AVALOX (Moxifloxacin). Der großflächige
Einsatz von Baytril führt dazu, dass gängige Humanantibiotika immer
häufiger unwirksam werden.
Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert:
- ein Verbot der quälerischen Massentierhaltung, die den exzessiven
Einsatz von Bakteriziden erst notwendig macht;
- eine lückenlose Dokumentation aller Antibiotika-Anwendungen im
Tierstall (mit Mengenangaben);
- ein Verbot der routinemäßigen Beigabe von Antibiotika in
Tierfutter und diesbezügliche Kontrollen und Strafen;
- Verwendung von Antibiotika nur unter strengster Indikation und nur
durch Tierärzte/innen; Ziel muss eine antibiotikafreie Tierzucht sein;
- Verbot der routinemäßigen Behandlung ganzer Tierbestände.
Die Coordination kritisiert zudem die zunehmende Belastung des
Grundwassers durch Veterinärprodukte.
Jüngste Studien des BUND belegen, dass Hähnchenfleisch in deutschen
Supermärkten größtenteils mit antibiotikaresistenten Keimen belastet ist.
Die Verbraucher/innen können im Falle einer späteren Infektion nicht mehr
mit gängigen Antibiotika behandelt werden. Im November hatte das
Verbraucherministerium NRW eine Studie veröffentlicht, wonach 96 Prozent
der Masthähnchen mit Antibiotika behandelt werden.
Auch eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit
(Efsa) war im Herbst zu dem Ergebnis gekommen, dass der Einsatz von
Antibiotika in der Tiermast die Gefahr erhöht, dass diese bei Menschen
nicht mehr wirken. Die Weltgesundheitsorganisation WHO fordert daher seit
Jahren ein Verbot des massenhaften Einsatzes von Antibiotika in der
Tierzucht. In der EU wurde der präventive Antitbiotika-Einsatz schon vor
Jahren verboten, ohne dass die verwendeten Mengen dadurch sanken.
Die Coordination gegen BAYER-Gefahren ruft zusammen mit 90 weiteren
Organisationen zur Teilnahme an einer Demonstration am Samstag in Berlin
auf. Die Kundgebung, die um 11.30 Uhr am Berliner Hauptbahnhof beginnt,
steht unter dem Motto "Wir haben es satt! Bauernhöfe statt
Agrarindustrie".
weitere Infos:
- US-Behörden verbieten Tierantibiotikum von Bayer
- Gesundheitsrisiko Veterinär-Medizin
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Beirat
Prof. Dr. Jürgen Rochlitz, Chemiker, ehem. MdB, Burgwald
Dr. Sigrid Müller, Pharmakologin, Bremen
Prof. Dr. Anton Schneider, Baubiologe, Neubeuern
Prof. Rainer Roth, Sozialwissenschaftler, Frankfurt/M.
Prof. Jürgen Junginger, Designer (i.R.), Krefeld
Dr. Erika Abczynski, Kinderärztin, Dormagen
Eva Bulling-Schröter, MdB, Berlin
Dr. Janis Schmelzer, Historiker, Berlin
Wolfram Esche, Rechtsanwalt, Köln