Kommentar zu Zuwanderung / UNO-Jahresbericht
Neue OZ: Kommentar zu Zuwanderung / UNO-Jahresbericht
Osnabrück (ots) - Handfeste Argumente
Wenn es um Zuwanderung geht, ist man mit Emotionen schnell dabei.
Exakte Zahlen spielen hierbei oftmals nur eine Nebenrolle. Denn zu
dem Thema hat fast jeder eine persönliche Meinung. Manche glauben, es
lebten zu wenige Ausländer in Deutschland, manche glauben, es seien
zu viele. Extreme Meinungen verteufeln gar jede Art von Zuwanderung.
Was fehlt, sind Daten und Fakten, die dem Thema die Brisanz nehmen
können.
Die haben die Vereinten Nationen aber nun geliefert. Europa könne
von der Zuwanderung profitieren, und zwar nicht nur in kultureller,
sondern - ganz handfest - in finanzieller Hinsicht, heißt es im
UNO-Jahresbericht. Dem Vorurteil des schmarotzenden Migranten, der
auf Kosten des Aufnahmelandes lebt, tritt die UNO damit entschieden
und mit empirischen Argumenten entgegen.
Das hat zunächst etwas von einer sehr einfach gestrickten
Werbebotschaft. Der Slogan: Wer Geld ins Land bringt, kann so
schlecht nicht sein. Auf den zweiten Blick aber birgt diese
Werbebotschaft einen Aspekt, der überlebenswichtig für die
europäische Wirtschaft sein könnte, nämlich dem demografischen Wandel
wirksam zu begegnen. Europas Bevölkerung schrumpft und altert rasant.
In vierzig Jahren wird ein Drittel der Europäer über 65 Jahre alt
sein. Für die meisten Staaten ergibt sich daraus ein Mangel an
erwerbsfähiger Bevölkerung. Die Botschaft der UNO sollte also gehört
werden - ganz ohne Emotionen.
Originaltext: Neue Osnabrücker Zeitung
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