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Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>1. Jan 2012 19:56

Misshandlungen bei Wiesenhof - Tierquaeler bleiben ungestraft

Dieser Text unterliegt dem Urheberrecht und dient exklusiv Ihrer
persönlichen Information.
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http://www.taz.de/!84321/

taz, 23.12.2011

Misshandlungen bei Wiesenhof

Tierquäler bleiben ungestraft

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht mehr wegen Misshandlung von
Hühnern auf einer Farm von Wiesenhof. Der Beweisfilm sei "rechtswidrig"
aufgenommen

Von Jost Maurin

Die Staatsanwaltschaft Verden hat die Ermittlungen wegen Tierquälerei auf
einer Farm von Deutschlands größtem Geflügelfleischlieferanten Wiesenhof
eingestellt. Nicht etwa weil die Beschuldigungen falsch wären - sondern
weil ein Video, das zum Beispiel das Genickbrechen von Hühnern ohne
Betäubung zeigt, der Behörde zufolge "rechtswidrig" aufgenommen worden
ist.

Andere Beweise fehlten, schreibt die Staatsanwaltschaft in einem Brief an
die Tierrechtsorganisation Peta, die die Anzeige erstattet hatte.
"Wiesenhof hat diese Staatsanwaltschaft ,gekauft' ", kritisierte Peta-
Berater Edmund Haferbeck.

Das ARD-Magazin "Report" hatte die Aufnahmen im Januar 2010 ausgestrahlt
und damit eine Debatte über die Zustände in der Massentierhaltung
ausgelöst. Die damalige Pächterin der Farm und ihr Mann wurden für den
taz-Panter-Preis nominiert, weil sie die Tierquälereien öffentlich
machten und aus dem Geschäft ausstiegen. Der Fall könnte auch Maßstäbe
dafür setzen, wann Rechercheure verdeckt Videos von gesellschaftlichen
Missständen drehen dürfen.

Mehr unter obiger URL

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http://www.taz.de/!84322/

taz, 23.12.11


Kommentar von Jost Maurin

Auf Kosten der Tiere

Pure Juristerei zugunsten Wiesenhofs

Juristisch mag Deutschlands größter Geflügelfleischlieferant Wiesenhof
nun einen Sieg errungen haben. Schließlich will die Staatsanwaltschaft
Verden auf eine Anklage wegen Tierquälerei in einer Farm des Konzerns
verzichten. Aber moralisch und damit auch politisch ist der Fall eine
Niederlage für Wiesenhof und die Massentierhaltung insgesamt.

Denn es bleibt unbestritten, dass 2009 auf der Farm im niedersächsischen
Twistringen Hühner unnötig gequält wurden. Dass ihnen zum Beispiel vor
dem Abtransport in den Schlachthof Knochen gebrochen wurden. Diese
Tatsachen hat weder Wiesenhof selbst noch die Staatsanwaltschaft infrage
gestellt. Die Ermittler wollen die Täter nur deshalb ungeschoren davon
kommen lassen, weil sie die verdeckt aufgenommenen Videobilder von der
Quälerei nicht als legales Beweismittel akzeptieren - pure Juristerei
zugunsten Wiesenhofs. Das wird nicht reichen, um in der öffentlichen
Meinung freigesprochen zu werden. Dafür sind die Bilder einfach zu
eindeutig, zu drastisch.

Mehr unter obiger URL

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Artikel zum Thema
Brutale Praktiken bei Wiesenhof: Die Quälerei geht weiter
http://www.taz.de/!77302
Kommentar Wiesenhof: Brutalität zahlt sich aus
http://www.taz.de/!77310
Nach Berichten über Tierquälerei: Boykott gegen Wiesenhof-Hähnchen
http://www.taz.de/!78100
Tierschützer fordern Wiesenhof-Boykott: Mehr Druck auf Puten-Quäler
http://www.taz.de/!78246

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