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Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>10. Jan 2012 21:20

Zurueck in die 80er Jahre? BMU plant Tiefbohrungen in Gorleben


Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow - Dannenberg e.V.
Rosenstr. 20
29439 Lüchow
http://www.bi-luechow-dannenberg.de
Büro: Tel: 05841-4684 Fax: -3197
buero ät bi-luechow-dannenberg.de


Pressemitteilung 10.01.12


Zurück in die 80er Jahre?
BMU plant Tiefbohrungen in Gorleben

Das Bundesumweltministerium plant neue Tiefbohrungen im Raum Gorleben,
das berichtet die Elbe-Jeetzel-Zeitung (EJZ) in ihrer heutigen Ausgabe.
Ein Sprecher des BMU sagte, ein Großteil der Summe jener 73 Mio. Euro,
die im Bundeshaushalt für das Jahr 2012 für die Weitererkundung in
Gorleben veranschlagt ist, sei für geplante Tiefbohrungen vorgesehen,
übrigens im Zusammenhang mit möglichen Kohlenwasserstoffen unterhalb
des Salzstocks: das sei doch ganz im Sinne der Gorleben-Gegner, heißt
es laut EJZ aus dem Röttgen-Ressort.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) weist diese
Unterstellung weit von sich. "Wir fordern kein "Zurück in die 80er
Jahre", also keine weiteren Tiefbohrungen, sondern die vorurteilsfreie
Bewertung der Befunde, die Anfang der 80er Jahr bei den Tiefbohrungen
5001 und 5002 gesammelt wurden". Nach Abschluss der Tiefbohrungen im
Rahmen der obertägigen Erkundung flossen die verheerenden Befunde aus
diesen Bohrungen nicht in den Bericht der damals federführenden
Behörde, der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) ein. "Die
Gasproblematik wurde systematisch ausgeklammert. Unterschlagen wurde,
dass brennbares Gas angetroffen wurde und bei der Druckentlastung Gas
und Kondensat zufloss", hält BI-Sprecher Wolfgang Ehmke dem BMU vor.
Die Bohrung 5002 wurde deshalb in einer Teufe von 965 m eingestellt, um
die Lage beherrschen zu können.

Im PTB-Bericht wurde jedoch darauf verwiesen, dass der Salzstock
Wasserkontakt hat. Die Forderung der PTB aus dem Jahr 1983, auch andere
Standorte neben Gorleben zu erkunden, wurde jedoch aus politischen
Gründen nicht umgesetzt. Wie es dazu kam, versucht heute der
Parlamentarische Untersuchungsausschuss Gorleben zu klären. Ehmke: "Wie
man es dreht und wendet, es sind vergebliche Versuche des BMU, die
K.O.-Kriterien für den Salzstock Gorleben nicht zur Kenntnis nehmen zu
wollen."

Wolfgang Ehmke 0170 510 56 06

Quellenverweis zu den Gasfunden:
http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/atomkraft/Greenpeace_PK_02112010_Gasfunde_in_Gorleben.pdf
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