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Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>12. Jan 2012 21:09

Tokio: Auftaktpressekonferenz zur GLOBAL CONFERENCE FOR A NUCLEAR POWER FREE WORLD


Japan: Aktionsbuendnis montags gegen Atomkraft

12.01.2012 Pressemitteilung

Tokio: Auftaktpressekonferenz zur GLOBAL CONFERENCE FOR A NUCLEAR POWER
FREE WORLD

Im FCCJ (Foreign Correspondents' Club of Japan) sprachen: Frau Rebecca
Harms, Mitglied im Europaparlament und Vorsitzende der europäischen
Grünen. Herr Mycle Schneider, internationaler Berater in Energie- und
Nuklearfragen. Frau Aileen Mioko Smith von Green Action und Herr Yoshioka
Tatsuya, Vorsitzender des Orga-teams der Global Konferenz.

Vor ca. 40 internationalen Pressevertretern stellte Herr Yoshioka Tatsuya
die Ziele der Konferenz vor, die am 14./15. Januar in Yokohama mit
internationaler Besetzung stattfinden wird (www.npfree.jp/english/
[http://www.npfree.jp/english/]). Bei der weiterhin hohen
Strahlenbelastung um Fukushima soll nach Hilfen für die Betroffenen
gesucht werden. In Japan gibt es aber nicht nur ein "Dagegen" sondern ein
starkes Bedürfnis nach Zukunftsorientierung in Sachen Energieversorgung.
Die Eneuerbare Energien sind auch Thema der Konferenz.

Frau Rebecca Harms zeigt ihre große Überraschung, dass 10 Monate nach dem
Supergau und 48 von 54 abgeschalteten Reaktoren in Japan kein
Energieengpass besteht, sondern Energieverschwendung. Sie hat auf ihrer
bisherigen Rundreise durch Japan erfahren, dass die Menschen Angst haben
vor dem beabsichtigten Wiederanfahren von Reaktoren. Überrascht hat sie
auch die fehlende Orientierung bei der Strahlenbelastung von
Lebensmittel. Es gibt Belastungen mit radioaktivem Cäsium, die mehr als
100 mal höher sind als nach der Hiroshima-Bombe. Die Konzeptlosigkeit der
japanischen Regierung sei erschreckend.

Hauptanliegen ihrer Reise ist es, zum europäischen Stresstest
aufzuklären. Wäre das AKW in Fukushima vor dem Gau mit diesem Test
geprüft worden, wäre es als "sicher" eingestuft worden. Der europäische
Stresstest habe eine unverantwortliche Alibifunktion.

Frau Aileen Smith schätzt das Energieeinsparpotential in Japan auf
mindestens 30%. Im Mai 2012 wird es eine Situation geben, in der alle
japanischen Kernkraftwerke vom Netz sein werden, da die sechs zur Zeit
noch betriebenen

Reaktoren zwecks Revision heruntergefahren werden.

Herr Scheider kritisiert die Informationspolitik der japanischen
Regierung. Die Situation im havarierten Kernkraftwerk von Fukushima sei
alles andere als stabil. Er sieht es als sehr problematisch an, dass das
gleiche Unternehmen zur Krisenbewältigung eingesetzt wird, das die
Katastrophe bedingt hat. Eine internationale Eingreiftruppe wäre
erforderlich. Herr Schneider: "Was ist Japans neue Energiepolitik?" Die
Energierevolution sei weltweit in Gang. Es gibt eine Entwicklung weg von
großen Zentralen, hin zu vielen kleineren Energiequellen die intelligent
vernetzt werden.

Heute und morgen wird eine Gruppe von internationalen Gästen die Region
Fukushima besuchen. Der Montagsspaziergang Mainz wird vor Ort berichten.

Kontakt: Franz Botens, Montagsspaziergang Mainz, botens ät web.de


Quelle: contrAtom, 12.1.12
http://www.contratom.de/nachrichten/?id=39810
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