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Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>11. Jan 2012 17:56

Neuer Gasfund in Gorleben - BI: "Wer sucht, der findet"


Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow - Dannenberg e.V.
Rosenstr. 20
29439 Lüchow
http://www.bi-luechow-dannenberg.de
Büro: Tel: 05841-4684 Fax: -3197
buero ät bi-luechow-dannenberg.de


Pressemitteilung 11.01.12


Neuer Gasfund in Gorleben
BI Umweltschutz: " Wer sucht, der findet"

Gestern erst hatte die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg
(BI) erneut auf Gaseinschlüsse im Salzstock Gorleben verwiesen, die
unter anderem dazu führten, dass Anfang der 80er Jahre eine Bohrung
abgebrochen wurde, weil die Bohrmannschaft fürchtete, die Lage nicht in
den Griff zu bekommen (s. Verweis unten). Heute überrascht das
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mit der Nachricht, dass bei einer
Bohrung im Erkundungsbereich I in Gorleben ähnliche Verhältnisse
angetroffen wurden: Dieselgeruch und Gas, bestätigte BfS-Sprecher
Florian Emrich gegenüber Radio FFN.

"Wer sucht, der findet", kommentiert die BI den neuerlichen Gasfund.
Offensichtlich habe sich der beharrliche Hinweis der Gorleben-Gegner
darauf, dass das Thema Gaseinschlüsse und das vermutete Gasfeld unter
dem Salzstock Gorleben systematisch aus den Sicherheitsbetrachtungen
ausgeblendet wurde, nun dazu geführt, dass das BfS sich des Themas
annimmt, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Vermutet werden nicht nur
Gaseinschlüsse im Salz, sondern auch ein Gasfeld unter dem
Salzgestein."Das ist neben der tektonischen Störungszone und dem
Wasserkontakt eines von drei geologischen K.O.-Kriterien", betonte
Ehmke.

Gaseinschlüsse im Salzstock Gorleben waren zuletzt auch das Thema im
Rahmen des sogenannten Gorleben-Dialogs. Das Resümee dieses Gesprächs,
das das Bundesumweltministerium zwischenzeitlich veröffentlich hat,
kommentiert der Dipl. Geologe Ulrich Schneider mit den Worten: "Die
sicherheitsrelevanten Themen im Zusammenhang mit den Gas- und
Kohlenwasserstoff-Vorkommen wie die thermisch bedingte Ausdehnung mit
Mikrorissbildung sind nicht angesprochen worden, ebenso wenig wie
Störungen des geochemischen Gleichgewichtes bei der Freisetzung der
Kohlenwasserstoffe, das Cracken und die Radiolyse." Auf diese Aspekte
ist Schneider in seiner für die BI-angefertigten Arbeit "ISIBEL und der
Salzstock Gorleben" explizit eingegangen.


Der Geologe sieht in der Diskussion über die Genese der
Kohlenwasserstoffe und Gase eine Scheindiskussion. "Die Muttergesteine
sind bekannt. Die Speichergesteine sind bekannt es gibt lediglich
hinsichtlich der Gaszusammensetzung Unterschiede. Im Raum
Wustrow-Altmark sind die Gase methanreicher und im Raum Gorleben-Rambow
stickstoffreicher. Darüber hinaus muss unterschieden werden zwischen
dem sogenannten Rotliegendgas und dem Zechsteingas. Beide sind im
Salzstock enthalten", so Schneider.

Die Gorleben-Gegner bleiben bei ihrer Haltung, "alles ist gesagt", sie
werden die Fachgespräche weiter boykottieren. Dagegen setzen sie auf
den Gorleben-Epilog. "Der Abgesang auf Gorleben hat begonnen", ist sich
BI-Sprecher Ehmke sicher. Am 27. Januar wollen Gorleben-Gegner gegen
das Festhalten an Gorleben erneut vor Ort demonstrieren.

Wolfgang Ehmke 0170 510 56 06

http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/atomkraft/Greenpeace_PK_02112010_Gasfunde_in_Gorleben.pdf
www.gorleben-epilog-de
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