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Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>6. Jan 2012 22:40

Juelich-Ahaus-Gorleben: ein nukleares Dreieck? BI: "Atommuelldilemma pur"


Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow - Dannenberg e.V.
Rosenstr. 20
29439 Lüchow
http://www.bi-luechow-dannenberg.de
Büro: Tel: 05841-4684 Fax: -3197
buero ät bi-luechow-dannenberg.de


Pressemitteilung 6.01.12


Jülich-Ahaus-Gorleben: ein nukleares Dreieck?
BI Umweltschutz: "Atommülldilemma pur"

Die geplanten Transporte von 152 CASTOR THTR/AVR Behältern aus dem
Forschungszentrum Jülich nach Ahaus berühren möglicherweise auch
Gorleben. Da es in Ahaus keine Möglichkeiten gibt, die über 300.000
Brennelement-Kugeln endlagergerecht zu konditionieren, verweist das
Bundesumweltministerium auf die Pilot-Konditionierungsanlage in
Gorleben (PKA). "Jülich - Ahaus - Gorleben: ein nukleares Dreieck?" Für
die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) zeigt die
Antwort des BMU "die ganze Hilflosigkeit und Konzeptlosigkeit im Umgang
mit den strahlenden Hinterlassenschaften des Nuklearzeitalters, es ist
ein Atommülldilemma pur", sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.

Gefragt hatte die BI Ahaus, die besorgt ist, dass die 152
THTR/AVR-Castorbehälter vom Forschungszentrum Jülich ins Brennelemente
Zwischenlager Ahaus (BZA) verbracht werden sollen, obwohl weder die
Behälter noch die Abfälle endlagerfähig sind. Dazu müssten die 300.000
Kugeln auf jeden Fall neu und feuersicher verpackt werden. In der
Antwort des BMU vom 2.01.2012 heißt es wörtlich: "Die existierende
Pilotkonditionierungsanlage in Gorleben hat, wie Sie wissen, für diese
Aufgabe keine Genehmigung; sie ist jedoch grundsätzlich dafür
geeignet."

Die BI Lüchow-Dannenberg unterstützt die BI Kein Atommüll in Ahaus
hinsichtlich der Forderung, dass der geplante Atommülltourismus
unterbunden werden muss. "Immer neue Transporte führen zu immer neuen
Problemen. Wir halten es das für unverantwortlich. Solange sich in der
Endlagerfrage keine Lösung abzeichnet, muss es bei der Haltung bleiben,
nichts rein - nichts raus", unterstreichen die Sprecher der beiden
Initiativen Felix Ruwe und Wolfgang Ehmke.


Felix Ruwe 0171 793 792 6
Wolfgang Ehmke 0170 510 56 06


Hintergrund:
Abfälle aus dem Forschungszentraum Jülich, die Konditionierung der
hochradioaktiven und brandgefährlichen Abfälle sind aus folgenden
Gründen unverantwortlich:

1. Das FZJ möchte den Atommüll unbedingt loswerden, obwohl der Müll in
der aktuellen Form nicht endlagerfähig ist!
2. Der Atommüll ist mit großen Mengen radioaktiv verseuchtem 14C
(Kohlenstoff/14 mit einer Halbwertszeit von gut 6700 Jahren) belastet
und extrem brennbar.
3. Entweder muss der Atommüll in einem bis heute noch nicht
entwickeltem Prozess mit einer chemisch komplizierten
Wiederaufarbeitungschemie getrennt bzw. aufbereitet werden oder die
300.000 Brennelementekugeln müssen in sehr kleinen Gebinden
feuersicher neu verpackt werden.
4. Die CASTOR THTR/AVR Behälter sind zur Endlagerung nicht zugelassen!
D.h. bevor der Atommüll in ein Endlager kommt, muss er auf jeden Fall
neu verpackt werden. Das ist zur Zeit nur in Jülich möglich. Dort sind
noch die Vorrichtungen zum fernbedienten Handhaben der Brennelemente
vorhanden. Außerdem sind die verantwortlichen Wissenschaftler und
Techniker, die diese Prozesse abhandeln können, noch im FZJ.
5. Wenn das FZJ sich wunschgemäß von dem Atommüll getrennt hat, ist zu
befürchten, dass alle noch benötigten Einrichtungen zur notwendigen
Atommüllbehandlung abgebaut werden.
6. Da in Ahaus keine Möglichkeiten zur Reparatur defekter CASTOR
Behälter vorhanden sind, muss bei jeder Störung bzw. bei möglichen
Dichtungsproblemen der CASTOR zurück nach Jülich!
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