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Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>19. Jan 2012 21:35

Gorleben ist eine Gurke - BI fordert: Schluss mit der Salzlinie


Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow - Dannenberg e.V.
Rosenstr. 20
29439 Lüchow
http://www.bi-luechow-dannenberg.de
Büro: Tel: 05841-4684 Fax: -3197
buero ät bi-luechow-dannenberg.de


Pressemitteilung 19.01.12


Gorleben ist eine Gurke
BI Umweltschutz fordert: Schluss mit der Salzlinie

"Back to the roots und Schluss mit der Salzlinie" - so lautet die
Empfehlung der Gorleben-Gegner an die Adresse der Bundesanstalt für
Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) im wissenschaftlichen Streit um
Gorleben. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI)
erinnert "die Salzeiferer in der BGR" an die Haltung ihres ehemaligen
Präsidenten, Prof. Gerhard Richter - Bernburg.

Richter-Bernburg, der bis zum Jahr 1972 Deutschlands oberster Geologe
war, hatte wenige Wochen nach der Standortbenennung Gorlebens davor
gewarnt, Salzstöcke als Endlagermedium zu wählen. Der vorhandende
Gebirgsdruck, dann der Eintrag der heißen Abfälle und die bekannte
mechanische Reaktion des Salzes, das bei hoher Belastung der einer
breiigen Flüssigkeit ähnelt, seien ungünstige Eigenschaften des Salzes
als Lagergestein. Diesen Vorgang, den Diapirismus, erläuterte der
Geologe im März 1977 nach der Standortbenennung Gorlebens im Gespräch
mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel": Manche Diapire seien weniger
hoch aufgestiegen, manche sind, wie Richter-Bernburg formuliert
"rausgequetscht wie Zahnpasta" und pilzförmig übergequollen, manche
sogar, so bei Lüneburg und Segeberg, "sind noch immer am Kommen, die
bewegen sich noch", und bei manchen, da "wissen wir's nicht".

Durch gravimetrische Messungen und durch seismische Untersuchungen sei
bekannt, dass der Diapir von Gorleben, der auf der Suche nach Erdöl
sogar schon durchbohrt wurde, die Form einer Gurke hat, dass seine
Obergrenze bei 350 Meter und seine Untergrenze bei 3000 Meter liegt.
Richter-Bernburg 1977: "Politisch bedingter Zugzwang trägt nicht immer
zur Sicherheit bei".

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: "Dieser Empfehlung können wir uns 35 Jahre
später nur anschließen, zumal die BGR bei der Bewertung Gorlebens das
Sagen hat und Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) durch das
Festhalten an Gorleben den politisch bedingten Zugzwang fortschreibt."

Wolfgang Ehmke 0170 510 56 06

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40941841.html
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