Eiszeit in Gorleben - 27. Januar neue Proteste
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Pressemitteilung 23.01.12
Gorleben-Dialog zum Thema Eiszeit
BI Umweltschutz: "Wie oft soll Gorleben noch k.o. gehen?"
Protest vor den Toren des Schwarzbaus am 27. Januar
Die Gorleben-Gegner ziehen erneut vor die Tore des "Schwarzbaus
Gorleben". Aus Protest gegen die Weiterführung der Arbeiten unter Tage
wird am 27. Januar demonstriert und blockiert, denn das
Bundesumweltministerium (BMU) gibt nicht auf.
Trotz aller gescheiterten Versuche, die Gorleben-Gegner in die
"vorläufige Sicherheitsanalyse Gorleben" (VSG) einzubinden, um zu
suggerieren, es habe ein faires und transparentes Verfahren gegeben,
will das BMU seinen "Gorleben-Dialog" im Januar 2012 fortsetzen. Thema
des nächsten Fachdialogs am 25.Januar ist die Frage: " Die nächste
Eiszeit - K.O.- Kriterium für ein Endlager Gorleben?"
"Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass die Kritiker thematisch
den Takt vorgeben und das BMU stets im Nachklapp Fragen aufwirft, die
bereits beantwortet wurden", befindet die Bürgerinitiative Umweltschutz
Lüchow-Dannenberg (BI). Der Gorlebener Salzstock wird innerhalb von
einer Million Jahren wahrscheinlich von 10 Eiszeiten berührt, und zwar
mit erheblichen Folgen für das Deckgebirge und die Integrität des
Salzes. Zu diesem Ergebnis kamen in getrennten Studien der Dipl.Geologe
Ulrich Schneider und sein Berufskollege Dr. Ulrich Kleemann. Die
Antwort der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)
steht auch schon fest: da nicht auszuschließen sei, dass auch andere
Salzstöcke von Eiszeiten berührt werden, sei dieser offensichtliche
Standortnachteil in Gorleben dahin"
"Wie oft soll Gorleben eigentlich noch k.o. gehen?" fragt BI-Sprecher
Wolfgang Ehmke. Es mache keinen Sinn mehr, an Gorleben als
Referenzstandort, wie es Norbert Röttgen (CDU) formulierte,
festzuhalten. "Um die Ausschlusskriterien für Gorleben anzuerkennen,
brauche man keine 8.97 Millionen, die Bundesumweltminister Norbert
Röttgen für seine vorläufige Sicherheitslüge Gorleben ausgibt, sondern
nur unvoreingenommene Geologen, nicht aber die BGR, die sich
unbeeindruckt von der Kritik gibt. Das Gorleben-Kartenhaus ist nicht
mehr zu retten", resümiert Ehmke.
Auf Eis liegt auch der Dialog zwischen Gegnern des Projekts und dem
BMU. Alle Parteien im Kreistag Lüchow-Dannenberg - mit Ausnahme der CDU
- , alle Umweltverbände, die Bäuerliche Notgemeinschaft und die
Gorleben-Kläger sehen wie die BI in dem "Dialog" in erster Linie den
Versuch, Verfahrensfehler wie die fehlende Bürgerbeteiligung bei der
Durchsetzung Gorlebens als Atommüllendlager zu heilen, weil ein
atomrechtliches Genehmigungsverfahren bewusst nicht eröffnet wurde. Das
Internetforum des BMU zum Gorleben-Dialog finde deshalb auch keinen
Anklang: Bisher gab es zum Thema Eiszeit nur drei Einträge.
Die BI:"Immer mehr Menschen durchschauen die Absicht Röttgens und sind
verstimmt. Wir fordern, Gorleben muss vom Tisch, sofort!"
Wolfgang Ehmke 0170 510 56 06
www.gorleben-epilog.de
P.S.
BMU-Einladungstext: "Für eine Million Jahre sollen die Sicherheit und
Integrität eines potentiellen Endlagers für Wärme entwickelnde Abfälle
gewährleistet sein. Kann eine geowissenschaftliche Prognose für solch
eine lange Zeitspanne zuverlässig sein? Was für Folgen hätte zum
Beispiel eine Eiszeit? Welche Aussagen sind für den Salzstock Gorleben
möglich? Fragen der geowissenschaftlichen Langzeitprognose sind nicht
nur für die Erkundung des Salzstocks Gorleben wichtig, sondern für die
Suche nach einem Endlager für Wärme entwickelnde radioaktive Abfälle von
grundsätzlicher Bedeutung."
Auszug aus der Kleemann-Expertise: "Für die übertiefe Ausprägung kommt
der neotektonisch abgesenkten Mitteleuropäischen Senkungszone eine
besondere Bedeutung zu. Deren unterkompaktierte und wassergesättigte
Sedimente gerieten durch das sie überfahrende Inlandseis unter
hydrostatischen Überdruck". Die übertiefen Tunneltäler sind daher das
Ergebnis von endo- und exogenen landschaftsgenetischen Prozessen."
(STACKEBRANDT 2009)