30 Jahre Atommuell gegen "Infrastrukturhilfe" - Schwarzer Tag und Schwarzbau im Wendland
Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow - Dannenberg e.V.
Rosenstr. 20
29439 Lüchow
http://www.bi-luechow-dannenberg.de
Büro: Tel: 05841-4684 Fax: -3197
buero ät bi-luechow-dannenberg.de
Pressemitteilung 26.01.12
30 Jahre Atommüll gegen "Infrastrukturhilfe"
Schwarzer Tag und Schwarzbau im Wendland
Der 26. Januar ist für die Gorleben-Gegner einer der "schwarzen" Tage
in der nahezu 35-jährigen Widerstandsgeschichte, denn am 26. Januar
1982 begann der Bau des Zwischenlagers in Gorleben rund zwei Kilometer
vom Ortskern entfernt. "Die Atomwirtschaft stand mächtig unter Druck,
denn der Betrieb der Atomkraftwerke wurde damals an einen
Entsorgungsnachweis gekoppelt. Mit dem Baubeginn war dieser Nachweis
erfüllt - zumindest auf dem Papier", erinnert die Bürgerinitiative
Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). 2000 Einwendungen hatte es im
Verlauf des Genehmigungsverfahrens gegeben, doch der Kreistag mit
seiner damaligen CDU-Mehrheit, die Samtgemeinde Gartow und die Gemeinde
Gorleben hatten den Bau im Sommer 1981 genehmigt - schließlich brachte
die Zustimmung zum atomaren Zwischenlager eine "Infrastrukturhilfe" in
Millionenhöhe.
Aus Protest gegen den Baubeginn wurde vor 30 Jahren der Grenzstreifen
der DDR besetzt. 11 Jahre lang konnte ein erster Castor-Transport nach
Gorleben verhindert werden, doch im April 1995 begann der heiße
Betrieb. "Heute setzen wir uns mit der Strahlenwirkung auseinander",
sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke, denn die 113 Behälter auf einer
Stellfläche für 420 Castoren strahlen so sehr, dass eine heftige
Debatte über die Grenzwertverletzungen voll im Gange ist. Ab dem Jahr
2014 sollen - allen Beteuerungen der niedersächsischen Landesregierung
zum Trotz - weitere Castorbehälter mit mittelradioaktiven Abfällen aus
La Hague und hochaktive Abfälle aus der britischen
Wiederaufbereitungsanlage Sellafield nach Gorleben rollen. "Doch das
können wir verhindern", heißt es seitens der BI unter Verweis auf die
Strahlung:"Das Castorkonzept ist gescheitert, und inhärent sicher ist
die Lagerhalle ebenfalls nicht, alle Zwischenlager müssen auf Weisung
des Bundesumweltministeriums gegen Eingriffe Dritter, sprich gegen
Terrorgefahren nachgerüstet werden."
Demonstriert wird zwar nicht am heutigen schwarzen 26. Januar der
Gorleben-Geschichte, sondern ein Tag später am "Schwarzbau Gorleben",
um 5 vor 12 Uhr, um zu verhindern dass "das Krebsgeschwür Atommüll auf
den Salzstock übergreift". Die Verhinderung des Atommüllendlagers, da
sind sich die Gorleben-Gegner sicher, wird auf der Erfolgsseite
abzubuchen sein- übrigens heute mit Unterstützung der Kreistagsmehrheit
und mit wachsenden Zweifeln selbst in der CDU.
Wolfgang Ehmke 0170 510 56 06
Bitte beachten Sie: Morgen - Freitag - ist ausschließlich Frau Rudek
vor Ort und für die Presse Ansprechpartnerin 0160 15 92 473