Kosten der Atomkraft in Frankreich: Im Kern falsch gerechnet
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taz, 02.02.2012
Kosten der Atomkraft in Frankreich
Im Kern falsch gerechnet
Von wegen billig: Der oberste Rechnungshof Frankreichs legt dar, dass die
angeblich so günstige Atomenergie wesentlich teurer ist als bisher
angenommen.
von Rudolf Balmer
Frankreich setzt seit Jahrzehnten unverdrossen auf Atomenergie, doch erst
jetzt hat die Regierung die Kosten dafür offengelegt. Der Oberste
Rechnungshof schafft mit einem 400-seitigen Bericht, der bisher
unbekannte Zahlen enthält, erstmals Transparenz.
Erstmals erfahren die Franzosen, dass die Forschung, Entwicklung und der
Bau der Atomreaktoren, die heute mehr als 75 Prozent der französischen
Elektrizität liefern, seit den 50er Jahren den Staat und die
Energieindustrie die stattliche Summe von 188 Milliarden Euro gekostet
haben.
Für Industrieminister Eric Besson ist dadurch der Beweis erbracht, dass
der Bevölkerung in Sachen Atom "nichts verborgen" werde. Allein der Bau
der 58 heute laufenden Reaktoren verschlang 83,2 Milliarden Euro. Da der
Staat seit 1981 keine direkte Subvention zahlt, hat der staatliche
Konzern Electricité de France (EDF) zur Weiterentwicklung der Reaktoren
46 Milliarden Euro durch Anleihen finanziert.
Kein Geld für Folgekosten
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