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Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>21. Jan 2012 00:58

Kinderkrebs um AKW: Auch in Frankreich erkranken mehr Kinder an Leukaemie

Dieser Text unterliegt dem Urheberrecht und dient exklusiv Ihrer
persönlichen Information.
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http://www.redglobe.de/europa/frankreich/4886-kinderkrebs-um-
atomkraftwerke-auch-in-frankreich-erkranken-mehr-kinder-an-leukaemie

Red Globe, 19.1.12


Kinderkrebs um Atomkraftwerke: Auch in Frankreich erkranken mehr Kinder

Im Umfeld von französischen Atomkraftwerken sind laut der sogenannten
Geocop-Studie des französischen Medizin-Instituts Inserm zwischen 2002
und 2007 fast doppelt so viele Kinder unter 15 Jahren an Leukämie
erkrankt wie im Landesdurchschnitt. »Die Ergebnisse der neuen Studie aus
Frankreich reihen sich ein in die Ergebnisse der Studien zum
Leukämierisiko bei Kleinkindern im Nahbereich von Atomkraftwerken aus
Deutschland, Großbritannien und der Schweiz«, erklärt der Wissenschaftler
Dr. Alfred Körblein. Die französische Studie ist für die atomkritische
Ärzteorganisation IPPNW ein weiterer Beleg für den Zusammenhang zwischen
ionisierender Strahlung und der Zunahme von Leukämieerkrankungen bei
Kindern. Denn auch wenn die Wissenschaftler für den gesamten
Studienzeitraum von 1990 bis 2007 keine Erhöhung der Leukämiefälle bei
Kindern unter 15 Jahren beobachtet haben wollen, beträgt die Erhöhung des
Leukämierisikos für Kleinkinder unter fünf Jahren in diesem Zeitraum 37
Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt Alfred Körblein, der die Daten der
Studie ausgewertet hat. Er berichtet, dass das Leukämierisiko für
Kleinkinder in der Umgebung von Atomkraftwerken auch in Großbritannien
(36 Prozent), Deutschland (41 Prozent) und der Schweiz (40 Prozent) in
der gleichen Größenordnung liege.

Zwar seien die Einzelergebnisse wegen kleiner Fallzahlen statistisch
nicht signifikant, aber eine gemeinsame Analyse der vier Datensätze aus
Deutschland, Großbritannien, der Schweiz und Frankreich ergebe ein
deutlich signifikantes Ergebnis. Noch deutlicher werde die Erhöhung, wenn
die Anzahl von Leukämieneuerkrankungen im Fünf-Kilometer-Nahbereich
verglichen werde mit der Anzahl der Neuerkrankungen von Kindern, die
weiter als fünf Kilometer vom Atomkraftwerk entfernt leben. Dann errechne
sich mit den aus den vier Ländern kombinierten Daten ein relatives
Erkrankungsrisiko für Kleinkinder von 44 Prozent.

Die deutsche »Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von
Kernkraftwerken« (sogenannte KiKK-Studie) hatte bereits im Dezember 2007
signifikant belegt, dass das Risiko für Kinder unter fünf Jahren, die im
Umkreis von fünf Kilometern um Atomkraftwerke wohnen, an Krebs zu
erkranken um 60 Prozent erhöht ist, das Risiko einer Leukämieerkrankung
sogar um 120 Prozent. Die Autoren der Studie bemühen sich seit deren
Veröffentlichung, die Ergebnisse herunterzuspielen: Die radioaktiven
Abgaben der Atomkraftwerke könnten die erhöhten Kinderkrebsraten nicht
erklären. Bis heute liefern sie aber keine Erklärung für die Ursache,
obwohl die Zunahme des Erkrankungsrisikos allein vom Abstand des Wohnorts
zum Atomkraftwerk bestimmt wird.

Bereits seit Juli 2009 fordert die IPPNW den Bundestag in einer Petition
auf, den Strahlenschutz um Atomkraftwerke zu verbessern und dabei das
Risiko von noch ungeborenen Kindern im Mutterleib zu berücksichtigen. Die
Petition ist bis heute immer noch unbeantwortet und weiter »in der
parlamentarischen Prüfung«.
Weitere Informationen zu dieser Petition finden Sie unter
http://www.ippnw.de/aktiv-werden/kampagnen/artikel/aaa90fdfe1/fuer-einen-besseren-strahlenschutz.html
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