Heilbronn: Strahlenmuell im Salzstock
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http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/Strahlenmuell-im-
Salzstock;art4319,1311823
Südwest Presse, 27.1.12
Strahlenmüll im Salzstock
Autor: HANS GEORG FRANK
Im abgebauten Salz bei Heilbronn liegt viel mehr schwach radioaktiver
Müll als bislang angenommen. Das halbstaatliche Unternehmen will künftig
auf diesen Abfall in den unterirdischen Deponien verzichten.
Panikmache warf Heilbronns Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach dem BUND,
Grünen und Linken vor, als sie sich nach Abfall aus Atomkraftwerken im
Salzbergwerk erkundigten. Himmelsbach, zugleich Mitglied des
Aufsichtsrats der halbstaatlichen Aktiengesellschaft Südwestsalz (SWS),
sah keinerlei Veranlassung, das Thema am "Runden Tisch" zu besprechen.
Damit lag er exakt auf der Linie der CDU, deren Fraktionsvorsitzender
Alexander Throm im April 2011 warnte, auf "marktschreierische und Angst
schürende Äußerungen" hereinzufallen. Wenig später allerdings gab der
SWS-Vorstand am 30. Mai 2011 bekannt, dass in der Untertagedeponie -
"Kammer 26 Nord" - seit dem Jahr 2003 exakt 82 Fässer liegen, deren 19
Tonnen schwerer Inhalt "teils schwach radioaktiv" sei.
Die Kritiker, darunter die Stadträte Susanne Bay (Grüne) und Hasso
Ehinger (Linke), wollten daraufhin ganz genau wissen, was wann und wo
deponiert worden ist. Denn sowohl das Salzbergwerk in Heilbronn als auch
jenes in Bad Friedrichshall-Kochendorf dienen schon lange als
unterirdische Müllkippe (siehe Info). Auf die Anfrage der
Kommunalpolitiker listeten die Salzwerke einige Monate später alle
Anlieferungen auf, die unter die Strahlenschutzverordnung fallen und
"freigemessen", also für unbedenklich erklärt werden müssen. Dabei
stellte sich heraus, dass sich 200 Meter unterhalb der Stadt Heilbronn
statt der 19 Tonnen tatsächlich 2292 Tonnen befinden.
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