Va Banque (II) (Eurokrise)
Newsletter vom 06.01.2012 - Va Banque (II)
BERLIN (Eigener Bericht) - Trotz der umfassenden Vergabe billiger
Milliardenkredite durch die Europäische Zentralbank (EZB) bleiben die
verschuldeten Staaten Südeuropas in höchstem Maße von der Krise
bedroht. Die Geldflutung ist offenbar als Ersatz für den Aufkauf von
Staatsanleihen durch die EZB beschlossen worden, der ökonomisch so gut
wie unvermeidlich ist, aber von Berlin kategorisch verhindert wurde.
Sie verschafft Ländern wie Italien, Griechenland und Belgien etwas
Linderung, senkt das bedrohlich hohe Zinsniveau von deren
Staatsanleihen aber nur unzureichend ab: Die Zinssätze verbleiben etwa
im Falle Italiens in als langfristig untragbar geltender Höhe. Der
Staatsbankrott kann deshalb - auch wegen der deutschen Blockadepolitik
in Sachen Anleihekäufe und Eurobonds - weiterhin nicht ausgeschlossen
werden. Die Bundesregierung hingegen hat durch ihr Vorgehen nicht nur
die Formierung eines "deutschen Europa" in Gang gesetzt. Deutschland
profitiert auch weiterhin von der ökonomischen Spaltung des
Kontintents, die den nördlichen Staaten extrem niedrige oder sogar
negative Zinsen auf dem Anleihemarkt beschert.
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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58234