Va Banque (Eurokrise)
Newsletter vom 15.12.2011 - Va Banque
BERLIN (Eigener Bericht) - Nach dem deutschen Durchmarsch beim
EU-Krisengipfel Ende letzter Woche kündigen sich erste Widersprüche
gegenüber der Berliner "Fiskalunion" an. In Brüssel wird darauf
verwiesen, dass Nebenabreden zum Gemeinschaftsrecht faktisch nicht
wirksam seien. Mehrere Regierungschefs und der aussichtsreiche
französische Präsidentschaftskandidat Hollande kündigen grundsätzliche
Einwände gegen das geplante Vertragswerk an. Zudem steht die
Gemeinschaftswährung weiterhin vor dem Zusammenbruch: Die Zinssätze
etwa des verschuldeten Italien steigen weiterhin an und drohen das
Land trotz Notstandsregime in den Abgrund zu reißen, sollte nicht
Hilfe durch Eurobonds oder durch Anleihenaufkäufe der EZB geleistet
werden. Solche Hilfe jedoch verhindert nach wie vor Berlin. Weil die
deutsche Verweigerung nicht nur den Euro in den Abgrund zu reißen,
sondern letztlich sogar die Weltwirtschaft in die Rezession zu stoßen
droht, gerät die Bundesregierung zusätzlich mit Washington in
Konflikt: Die Regierung Obama fürchtet, im Fall eines globalen
Wirtschaftseinbruchs ihre Chancen auf Wiederwahl wegen des deutschen
Va Banque-Spiels endgültig einzubüßen.
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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58224