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Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>23. Dec 2011 18:48

Netanjahu bei Obama

Der überfallartige Besuch des israelischen Premiers beim
US-Präsidenten und zugehörige Meldungen und Kommentare in der
Süddeutschen Zeitung geben Anlass zu folgender Stellungnahme, wie
immer zur Anregung, Verwendung und Weiterverbreitung.
Gruss,
Jan Lenkait
Telefon 02159-1664

Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait, Juristin und Diplomatin a.D.,
40670 Meerbusch

22.12.11
Süddeutsche Zeitung (SZ) vom 22.12: "Waffenbruder gesucht" von Peter
Münch und Christian Wernicke und Thema des Tages: "Der geheime Krieg"
von Paul-Anton Krüger

Dieses miese Theater verdient kein Wort.

Peter Münch und Christian Wernicke tappen unbewusst in die israelische
Falle, indem sie ihren Artikel auf einer Falschheit aufbauen,
("Waffenbruder gesucht", SZ vom 22.12.11). Nämlich davon auszugehen,
der Iran arbeite daran, eine Atombombe zu bauen oder habe sogar schon
eine, ist absolut falsch, und es ist deshalb völlig fehl am Platz, den
kalten Krieg in Erwägung zu ziehen. All das wirkt nach israelischem
Gusto und ist eindeutig propagandistisch. Der Iran hat mehrmals dieser
konstruierten Unterstellung widersprochen. Die Regierung Teherans hat
keine nukleare Bombe und will auch keine haben. Alles andere sind blanke
Spekulationen, wie die im SZ-Artikel "Waffenbruder gesucht". Sich von
militärischen Gedanken leiten zu lassen, ist sinnlos und führt in
die Irre. Der Iran lässt sich nicht provozieren. Das ist eine
Hauptsache. Daraus folgt, dass Teheran keine Verschärfung der Lage
will. Aber genau das sucht als einziger Agent Provokateur der
unverbesserliche israelische Premier Netanjahu zu erreichen. Allerdings
werden ihm seine Lügen und sein widerliches Theater dieses Mal nicht
dabei helfen, die Welt noch einmal in einen Krieg zu stürzen. Von
Europa bekommt er jetzt eine verdiente Verurteilung als eklatante
Schlappe. Hier müssen Peter Münch und andere Journalisten ansetzen.

In die Irre treibt auch die völlig unbegründete Annahme, die
Obama-Regierung begehe "einen schleichenden Politikwechsel": "Amerika
habe es aufgegeben, die lauernde Nuklearisierung Irans noch verhindern
zu wollen..." Das steinerne Gesicht des US-Präsidenten gegenüber
seinem lästigen unwillkommenen Gast ist das beste Foto, das für die
Weltpresse auszuwählen war. Kein Händedruck, keine Annäherung,
kein Signal für Übereinstimmung zwischen den beiden Staatsmännern,
keine gemeinsame Erklärung. Das steinerne Gesicht des US-Präsidenten
sagt alles: Er hat den drängenden Israeli empfangen, weil er diesen
überstürzten Besuch nicht vermeiden konnte, aber er glaubt dem
bekannten Lügner kein Deut. Deshalb braucht der US-Präsident sich
nicht zu wiederholen in Bezug auf eine nicht-existente Gefahr für
niemanden. Das einzige Land, das eine atomare Gefahr darstellt ist
Israel. Das weiß jeder - nicht nur das Weiße Haus in Washington,
sondern auch alle europäischen Kanzleien. Paul-Anton Krüger sollte
den Mut aufbringen und diese reale Gefahr anklagen selbst gegen den
Willen Israels. Aus den israelischen Lügen und Betrügereien ist zu
lernen: Israel wiederholt die alte Maskerade mit Hitler wie beim
Irak-Krieg. Das Land fühlt sich durch das iranische Regime überhaupt
nicht bedroht. Die vorgespielte Angst ist eine Inszenierung. Ein
durchaus gängiges diplomatisches Mittel, besonders bei israelischen
Regierungen. Die SZ-Journalisten hätten das jedoch erkennen und sich
deshalb ihre Mühe sparen können, eine Falschheit für bare Münze
zu halten und so zu schreiben. Dieses miese Theater verdient kein Wort.
Der US-Präsident Obama hat deshalb mit keinem Wort auf den
unerwarteten Besuch des unerwünschten Eindringlings reagiert. Der
Wunsch des US-Präsidenten, sich mit dem iranischen Oberhaupt zu
treffen, bleibt allerdings bestehen. Es gibt eine Reihe von Themen zu
besprechen, die schon die Regierung Teherans geschildert haben. Ihre
Wichtigkeit für die Stabilität der Region sprechen für sich selbst
für eine fruchtbare Annäherung zwischen den Präsidenten der USA
und des Irans.

Schon der erste verhängnisvolle Krieg gegen den Irak konnte nur
aufgrund einer Menge gut verstrickter israelischer-amerikanischer
Intrigen und Finten stattfinden. Diesem Vorgehen möchte der
Präsident Barack Obama sicherlich nicht weiter folgen.

Journalisten dürfen sich nicht so leicht von der israelischen
Propaganda-Masche beeinflussen oder beeindrucken lassen. Diese Regierung
will genau das erreichen, wenn sie die Nazi-Schrecken immer wieder ins
Spiel bringt, um öffentliche Aufmerksamkeit für ihr perverses
Vorhaben zu bekommen. Aufgewachte Journalisten dürfen ihr keineswegs
diesen Gefallen tun.

Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait
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