Europa: Am Rande des Abgrunds, aber deutsch (Euro-Krise)
Newsletter vom 01.02.2012 - Europa: Am Rande des Abgrunds, aber
deutsch
BERLIN/BRÜSSEL (Eigener Bericht) - Mit dem neuen europäischen
"Fiskalpakt" verfestigt Berlin die deutsche Prägung fast des gesamten
Kontinents. Der Vereinbarung, die eine rigide Sparideologie
institutionalisiert und die Regierungen aller beteiligten Länder zu
strikter Austeritätspolitik zwingt, stimmten zu Wochenbeginn 25 der
insgesamt 27 EU-Mitgliedstaaten zu. Sie "beugten" sich damit der
deutschen Kanzlerin, wie die deutsche Presse sorgfältig vermerkt. Nur
Großbritannien und die Tschechische Republik verweigerten sich dem
deutschen Diktat. Dennoch nimmt die Kritik an der Krisenpolitik der
Bundesregierung europaweit zu. Berlin lege "konsequent Veto gegen die
einzigen Strategien ein", die "der Eurokrise Herr werden" könnten,
heißt es in einem Beitrag in der Londoner "Times", der die Debatte in
mehreren europäischen Hauptstädten befeuert. Hintergrund ist, dass das
Berliner Spardiktat Griechenland über eine fatale ökonomische
Abwärtsspirale systematisch in den Abgrund reißt und auch weitere
europäische Staaten schwer zu schädigen droht. IWF und Weltbank warnen
mittlerweile vor einer harten Rezession in der Eurozone. Einige der
Maßnahmen, mit denen Berlin die Krise bewältigen zu wollen vorgibt,
nutzen vor allem den wohlhabenden Staaten der EU, darunter
Deutschland.
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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58255