Einflusskampf am Nil (III) (Streit um Konrad-Adenauer-Stiftung in Aegypten)
Newsletter vom 10.01.2012 - Einflusskampf am Nil (III)
KAIRO/BERLIN (Eigener Bericht) - Die Affäre um die zeitweilige
Schließung der Kairoer Filiale der Konrad-Adenauer-Stiftung wirft ein
Schlaglicht auf die verdeckte deutsche Außenpolitik. Wie die Stiftung
bestätigt, kann sie nach massiven Interventionen Berlins ihre Arbeit
in der ägyptischen Hauptstadt wieder aufnehmen. Zuvor hatte das
dortige Militärregime, das demokratischen Protest immer brutaler
unterdrückt, im Zuge einer Razzia gegen zahlreiche
Nichtregierungsorganisationen auch die Filiale der Adenauer-Stiftung
stillgelegt. Die parteinahen Stiftungen spielen eine wichtige Rolle
bei den Bemühungen Berlins, im Verlauf der Umwälzungen in den Ländern
Nordafrikas den eigenen Einfluss zu verstärken. Die Adenauer-Stiftung
hatte zu diesem Zweck neue Kontakte zu Kreisen der Opposition
aufgebaut und sich insbesondere um konservativ islamische Kräfte
bemüht. Wie alle anderen Parteienstiftungen wird sie zum überwiegenden
Teil aus dem Staatsetat finanziert; sie handelt in Abstimmung mit den
Berliner Ministerialbürokratien. Ihre Aktivitäten im konservativ
islamischen Milieu erfolgen zu einer Zeit, da die Vereinigten Staaten
eine engere Kooperation mit der Muslimbruderschaft in die Wege leiten.
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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58236