Die Wahl der Mittel (Putschdrohungen in Pakistan)
Newsletter vom 16.01.2012 - Die Wahl der Mittel
ISLAMABAD/WASHINGTON/BERLIN (Eigener Bericht) - Berlin und Washington
beantworten die jüngsten Hinweise auf einen drohenden Putsch in
Pakistan mit intensiven Absprachen über die gemeinsame Politik
gegenüber dem Land. In Islamabad ist zu hören, das ohnehin mächtige
Militär wolle mit Blick auf den angekündigten Rückzug des Westens aus
Afghanistan die Zügel straffer in die Hand nehmen, um seinen Einfluss
im Nachbarland auszuweiten. Außerdem seien die Generäle nicht länger
bereit, widerstandslos die kontinuierliche Verletzung der
pakistanischen Souveränität durch US-Drohnenattacken sowie
NATO-Luftangriffe hinzunehmen. Auf lange Sicht könnten sich die
Streitkräfte des Landes, die schon jetzt eng mit China kooperieren,
vom Westen abwenden und ein Bündnis mit Beijing eingehen, ist in
Berlin zu hören. Während die USA die EU, vor allem aber Deutschland
drängen, die Souveränitätsverletzungen in Islamabad vermittelnd
abzufedern, warnen einflussreiche deutsche Politiker vor einem
Überreizen der US-Operationen in Pakistan. Man solle unbedingt die
Zusammenarbeit etwa auf den Feldern der Wirtschaft und der Bildung
intensivieren. Anders sei der westliche Einfluss in dem Land nicht auf
Dauer zu sichern.
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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58240