Auf dem Radarschirm der Weltpolitik (Muenchner Sicherheitskonferenz 2012)
Newsletter vom 25.01.2012 - Auf dem Radarschirm der Weltpolitik
MÜNCHEN (Eigener Bericht) - In Vorbereitung auf die Münchner
Sicherheitskonferenz (3. bis 5. Februar) fordert deren Leiter Wolfgang
Ischinger rasche Schritte zu einer einheitlichen EU-Militärpolitik.
Die USA, deren Streitkräfte in den Kriegen des Westens bisher
dominiert hätten, orientierten sich mittlerweile weg vom Atlantik hin
zum Pazifik, um ihre Kräfte auf den Einflusskampf gegen die
Volksrepublik China konzentrieren zu können, erläutert Ischinger, ein
deutscher Spitzendiplomat und ehemaliger Botschafter der
Bundesrepublik in den Vereinigten Staaten. Wolle Berlin seinen
jetzigen Einfluss in der Weltpolitik nicht verlieren, müsse es mit
Hilfe der EU eine eigenständige Position insbesondere in den
aufsteigenden Regionen Asiens aufbauen. Die Münchner
Sicherheitskonferenz soll Ischinger zufolge einen Beitrag dazu
leisten: Sie hat vor kurzem ein Vorbereitungstreffen für die
diesjährige Zusammenkunft, bei der eine hochrangige chinesische
Delegation erwartet wird, in Beijing absolviert. Voraussetzung für die
deutsch-europäische Machtstellung sei allerdings nicht nur die
Überwindung der aktuellen EU-Krise, erklärt Ischinger, sondern auch
eine schlagkräftigere EU-Militärpolitik. Sie solle die
EU-Kriegsfähigkeit auch für den Fall sichern, dass die USA ihre
kriegerischen Aktivitäten im deutsch-europäischen Interessengebiet
wegen ihres Schwenks zum Pazifik einschränkten.
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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58250